Mittwoch, 19. Juni 2013 0:44 Uhr
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Unternehmen können sich soziale Netzwerke zunutze machen.

Soziale Netzwerke: Wie Unternehmen Risiken minimieren

 

Soziale Netzwerke – sie sind dynamisch, transparent und ideal für den unkomplizierten Austausch von Informationen zwischen Einzelpersonen, Firmen oder Organisationen. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Risiken, die Unternehmen bei ihren Aktivitäten im Netz beachten sollten.

 

Von Kamales Lardi

 

Die Anzahl der Teilnehmer an sozialen Netzwerken steigt täglich. Jeden Tag gehen Tausende Arbeitsstunden verloren, weil Mitarbeiter ihre Zeit im Netz verbringen. Viele Unternehmen versuchen deshalb den Zugang zu sozialen Netzwerken für ihre Mitarbeiter zu sperren. Ein Vorgehen, das allerdings eine Reihe anderer Probleme mit sich bringt.

Zum einen müssen die Verantwortlichen viel Zeit und Aufwand investieren, um die Sperrung durchzusetzen und sicher zu stellen, dass diese auch eingehalten wird. Zum anderen verhindern sie, dass die Plattformen von ihren Mitarbeitern marketingtechnisch genutzt werden können. Unternehmen sollten also möglichst auf eine vollständige Sperrung verzichten und sich stattdessen auf die sozialen Netzwerke einlassen. Über die potentiellen Risiken, die damit einhergehen können, sollten sie sich jedoch jederzeit im Klaren sein und diese im Vorfeld gezielt minimieren.

 

Die Risiken

Die global tätige Organisation «Information Systems Audit and Control Association» (ISACA) hat die fünf grössten Risiken identifiziert, denen Unternehmen im Umgang mit sozialen Netzwerken ausgesetzt sind:

– Computerviren

– Kontrollverlust über die eigene Marke («Brand hijacking»)

– Mangelnder Einfluss auf Inhalte 

– Falsche Erwartungshaltung von Kunden 

– Keine oder nur eingeschränkte Einhaltung von Records-Management-Richtlinien

 

Sensibilisierung der ­MitarbeiterInnen

Die meisten dieser Risiken werden durch Mitarbeiter verursacht, denen nicht bewusst ist, dass sie mit ihrem Online-Verhalten ein potentielles Risiko für die Reputation ihres Arbeitgebers darstellen können. Die entsprechende Sensibilisierung und Schulung der eigenen Mitarbeiter sollte daher bei den Unternehmen einen wichtigen Platz einnehmen. Sie müssen Risiken und Vorteile, die soziale Netzwerke mit sich bringen, verstehen und sich darüber im Klaren sein, wie die Konsequenzen aussehen, wenn falsche, unvollständige oder vertrauliche Informationen veröffentlicht werden (Reputationsschaden etc.). 

Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter zudem dazu anhalten, ihre privaten und beruflichen Aktivitäten auf Plattformen wie Facebook oder Twitter möglichst strikt zu trennen. Mitarbeiter, die beispielsweise Fotos von Firmenevents unter ihrem Facebook-Profil veröffentlichen, missachten damit wo möglich die Datenschutzrichtlinien ihres Unternehmens.

Ebenfalls zu empfehlen ist die Entwicklung konkreter Leitfäden, die aufzeigen, welche Informationen online gestellt werden dürfen und welche firmenintern bleiben müssen. Nur mit konkreten und unmissverständlichen Vorgaben kann sichergestellt werden, dass sich die Mitarbeiter über die Risiken von sozialen Netzwerken im Klaren sind und sich entsprechend verhalten.

Aber auch beim Umgang mit Kunden lauern potentielle Risiken. Online-Plattformen leben von einer Schnelligkeit, die viele Kunden anschliessend auch in anderen Bereichen erwarten können. Allerdings müssen sie erkennen, dass dies nicht immer möglich ist. So versäumte es ein Medienunternehmen, seine Kunden per Twitter über technische Störungen zu informieren. Auch Kundenbeschwerden, die über Twitter an das Unternehmen herangetragen wurden, blieben unbeantwortet.

 

Vorteile nutzen

Das Monitoring von sozialen Netzwerken ist ein weiterer wichtiger Punkt für Unternehmen, damit im Zweifelsfall bei Diskussionen über das eigene Unternehmen eingegriffen und gegengesteuert werden kann.

Ganz ausschliessen lassen sich die Risiken am Ende nicht. Unternehmen haben es allerdings in der Hand, diese so gering wie möglich zu halten und dafür Sorge zu tragen, dass am Ende die Vorteile überwiegen.

 

WAS SAGT DIE STATISTIK?

Laut einer Studie von Burson-Marsteller verfügen bereits 65% der Fortune-100-Unternehmen über einen Twitter-Account. 54% sind mit einer eigenen Seite bei Facebook registriert, 50% nutzen aktiv YouTube und 33% haben einen Firmenblog eingerichtet. Viele Firmen erhöhen zudem ihre Investitionen in soziale Netzwerke.

 

 

 

DIEAUTORIN

 

Kamales Lardi ist Managerin im Bereich Technology ­Integration bei Deloitte. Sie ist seit mehr als zehn Jahren in der Beratung tätig und verfügt über fundierte Erfahrung in der Umsetzung neuer Technologien und der strategischen Einführung ­digitaler Medien.

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VZH