Sonntag, 23. Juli 2017 14:58 Uhr
19.05.2017

Schweizer Detailhandel leidet unter Kostennachteil

Kategorie: News

Basel - Der Schweizer Detailhandel muss mit substanziell höheren Kosten als seine vier Nachbarländer kalkulieren. Dieser Konkurrenzdruck wird durch eine geringere Mehrwertsteuer nur geringfügig abgemildert, zeigt eine Studie.

Vergleiche der Konsumentenpreise zwischen der Schweiz und dem Ausland werden relativ regelmässig veröffentlicht. Eine entsprechende Untersuchung der Differenzen auf der Kostenseite ist jedoch nur in Ansätzen vorhanden. Diese Lücke wird nun von einer Studie des Forschungsinstituts BAKBasel im Auftrag der Swiss Retail Federation geschlossen. 

Der Mitteilung zur auf Daten aus dem Jahr 2015 beruhenden Studie zufolge sind die Kosten in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich dabei um 35 Prozent tiefer als in der Schweiz. Unter der Einbeziehung der Mehrwertsteuer reduziert sich der Schweizer Kostennachteil um 4 Prozentpunkte auf eine Differenz von 31 Prozent.

Am stärksten ist der Nachteil gegenüber dem deutschen Einzelhandel. Hier summieren sich die Kosten für Warenbeschaffung, Vorleistungen und Arbeit auf 60 Prozent der in der Schweiz anfallenden Kosten. Die entsprechenden Werte für Italien, Österreich und Frankreich betragen 61, 70 und 71 Prozent. 

Unter den einzelnen Kosten schlägt die Warenbeschaffung mit 21 Prozentpunkten am stärksten bei der Kostendifferenz von 35 Prozent insgesamt zu Buche. Sie teilt sich dabei jeweils etwa zur Hälfte auf Kosten für die Beschaffung im Inland und im Ausland auf. Vorleistungskosten machen 10 Prozentpunkte der Kostendifferenz aus, die Arbeitskosten tragen mit 4 Prozentpunkten einen eher geringen Anteil. hs


VZH