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OTC-Börse

Drei Aufsteiger im Jahr 2011

Das Börsenjahr neigt sich langsam dem Ende und es kristallisieren sich die ersten Gewinner heraus. Unsere Autoren Fredy Gilgen und Anne-Careen Stolze portraitieren drei Aufsteiger des Jahres 2011.

 

Kongress + Kursaal Bern AG

Mit Engagement dem Franken trotzen

Für die Kongress + Kursaal Bern AG ist das Jahr 2011 ein ereignisreiches Jahr. Soeben hat der junge Spitzenkoch Markus Arnold ihr Restaurant Meridiano zu neuen 17-Punkte-Höhen im Gault-Millaut-Gastroführer gebracht. Im Juni erhielt der Kursaal den Zuschlag für das Casino in Neuenburg - ebenfalls Grund zur Freude, denn das Business mit Roulette und Co. ist lukrativ. Der Kursaal erwirtschaftet zwei Drittel seines Gewinns in diesem Bereich.

Hinzu kommt noch das 35 Mio. Franken teure Bauvorhaben: Die denkmalgeschützte Arena und die Bühne werden modernisiert und zudem wird als Highlight das neue Aussichtsfoyer fertig gestellt. Neu werden bis zu 2200 Personen Platz haben. Damit will der Kursaal in den nächsten Jahren zum national führenden Kongressanbieter aufsteigen. Die rege Bautätigkeit, die für Generaldirektor Patrick Scherrer eine lohnende Investition in die Zukunft ist, beeinflusste erwartungsgemäss die Rechnung 2010. Der Konzernumsatz ging um 0,9 Mio. auf 73,3 Mio. Franken zurück. Der Gewinn verminderte sich um 1,4 Mio. auf 4,4 Mio. Franken. Trotzdem wurde eine unveränderte Dividende von 25 Prozent ausgeschüttet.

Das turbulente Jahr zeichnete sich auch an der OTC-X-Handelsplattform ab. Im ersten Quartal kletterte die Kursaalaktie in drei Monaten um 18,3 Prozent auf 550 Franken. Direkt nach dem Entscheid für das Neuenburger Casino wurde die Aktie prompt für 580 Franken umgesetzt. Aktuell hat sie etwas nachgelassen, liegt aber gegenüber Anfang des Jahres noch um sieben Prozent im Plus. Zudem ist die Kursaalaktie aus turbulenten Zeiten jeweils mit soliden Ergebnissen heraus gegangen. Das verdankt der Kursaal sicherlich auch der positiven Entwicklung des Eigenkapitals. Mit einem Plus von 2,9 Mio. Franken liegt es nun bei 38,5 Mio. Franken - ein Rekord in der über 100-jährigen Unternehmensgeschichte. Erstmals beträgt die Eigenmittelquote hohe 73,3 Prozent.

Eine grosse Herausforderung für den Kursaal ist der starke Franken. «Für die Hotellerie sind die Rahmenbedingungen alles andere als günstig, wir spüren die konjunkturellen Schwankungen deutlich», sagt Scherrer. Dennoch ist er zuversichtlich. «Im Kongressgeschäft generieren wir unseren Umsatz hauptsächlich in der Schweiz.» Die Krise in Europa mache sich insofern bemerkbar, als dass betroffene Kunden ihre Veranstaltungsbudgets teils kürzen müssten und noch preisbewusster würden. Wachstumspotenzial sieht Scherrer im Städtetourismus: «Da befinden wir uns in einer komfortableren Situation als die Bergregionen. Zudem profitieren wir von unserem Geschäftsmodell mit Hotel, Gastronomie, Casino, Kongressen und Veranstaltungen unter einem Dach.»     (acs)

 

Zürcher Oberland Medien (ZOM)

Kräftig im Aufwind

Die Aktien der Zürcher Oberland Medien (ZOM) gehören zu den spektakulärsten Aufsteigern des Nichtkotierten-Handels in den vergangenen zwölf Monaten. Innerhalb dieser Periode hat sich der Kurs nämlich fast verdreifacht. Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Dank der guten Branchenkonjunktur und Synergiegewinnen aus der engeren Zusammenarbeit mit der Hauptaktionärin Tamedia winken weitere Kursgewinne. Die Kooperation mit dem Zürcher Medienkonzern ist Ende des letzten Jahres bis ins Jahr 2019 festgeschrieben worden. Sie ermöglicht es, die hohen Betriebskosten, die hauptsächlich wegen des kostenintensiven Druckzentrums anfielen, künftig deutlich zu senken. Das bisher gemeinsam mit den Zürcher Landmedien betriebene Druckzentrum konnte bereits vor einem halben Jahr geschlossen werden
Im ersten Halbjahr 2011 stieg der ZOM-Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent auf 14,3 Mio. Franken und der Betriebsgewinn gar um fast die Hälfte auf 1,2 Mio. Dazu kommt noch ein ausserordentlicher Ertrag aus einem Liegenschaftsverkauf von 2,2 Mio. Franken. Für das Umsatzplus im ersten Semester waren ausschliesslich die Inseratenverkäufe verantwortlich, die um 7,2 Prozent auf 8,9 Mio zulegten. Die Abonnementseinnahmen sanken dagegen um knapp zwei Prozent auf 5,1 Mio. Franken.
Für das Gesamtjahr rechnet das Medienhaus mit einem Umsatz von 28,4 Mio. (+18 Prozent) und einem Gewinn von vier Mio. (+166 Prozent). Ein wichtiger Grund für diese Zuversicht: Die aktuellen Ebit- und Ebitda-Margen liegen klar über jenen des Vorjahres und über dem derzeitigen Budget.
Oberstes Ziel des Medienunternehmens ist aber nicht eine maximale Rendite, sondern der Erhalt der wirtschaftlichen und publizistischen Unabhängigkeit. Deshalb hat der ZOM-Verwaltungsrat beschlossen, den Restbestand an eigenen Aktien öffentlich einem breiten Publikum zum Kauf anzubieten. Dabei müssen die statutarischen Vinkulierungsbestimmungen eingehalten werden. Sie legen im Wesentlichen fest, dass ein Erwerber nicht mehr als zwei Prozent der Gesamtzahl der Aktien auf sich vereinigen darf. Die Titel mit einem Nominalwert von 100 Franken wurden dem Publikum bis Ende Oktober zum Preis von 760 Franken angeboten.
Vorgesehen ist, dass die Aktionäre künftig 30 und 40 Prozent des Free Cashflow als Dividende erhalten. Dieser dürfte in den Jahren 2011 bis 2013 zwischen 2,3 und drei Mio. Franken betragen, was sehr attraktive Ausschüttungen zwischen 40 und 70 Franken pro Aktie erlauben würde.
Bis zum öffentlichen Kaufangebot zählte das ZOM-Aktionariat rund 470 AktionärInnen. Ausser dem Verlagshaus Tamedia, das seit Ende des letzten Jahres mit knapp 38 Prozent beteiligt ist, vereinigt kein Aktionär mehr als zwei Prozent der Aktien auf sich. Die ZOM-Aktien werden mit der ZKB als Market-Maker ausserbörslich gehandelt. (fg)

 

Griesser Holding

Licht unter den Scheffel gestellt

Die im Storengeschäft tätige Griesser-Gruppe mit Sitz in Aadorf (TG) hat ihr Licht bisher eindeutig unter den Scheffel gestellt. Gemessen an ihren Verkäufen und der Beschäftigtenzahl gehört das Familienunternehmen nämlich zu den Grossen im Land. Mit einem Marktanteil von gut einem Viertel ist sie in der Schweiz eindeutige Marktleaderin in ihrer Branche. Auch europaweit zählt die traditionsreiche Gruppe zu den führenden Anbietern von Sonnenschutzsystemen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichten die Verkäufe der Griesser-Gruppe knapp 300 Mio. Franken. Gegenüber dem Vorjahr resultierte trotz dem harten Franken ein Plus von 8 Prozent. Der Jahresgewinn stieg 2010 sogar um satte 38 Prozent auf 12,5 Mio. Franken. Auch für das laufende Jahr zeigen sich die Unternehmensverantwortlichen zuversichtlich. Zurzeit wird das klassische Familienunternehmen in vierter Generation von Walter Strässle geführt. Betrieben wird das Geschäft an 18 Standorten mit eigener Montage. Im Ausland arbeitet Grieser in 15 Ländern mit dem Fachhandelsgeschäft zusammen.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr schüttet die Griesser Holding eine Dividende von 15 Prozent sowie zusätzlich eine Jubiläumsdividende von fünf Prozent aus. Das ergibt zwar nur eine bescheidene Rendite von etwas mehr als einem Prozent. Mit einem Kurs/Gewinnverhältnis von acht ist die Griesser-Aktie aber günstig bewertet und verfügt noch über ein stattliches Kurspotenzial.

Gründung vor 130 Jahren
Die Basis für das heutige Traditionsunternehmen legte Firmengründer Anton Griesser schon 1882 mit dem Kauf einer Werkstatt in thurgauischen Aadorf. Seither ist Griesser ein Familienunternehmen geblieben und hat sich seine Unabhängigkeit bis heute bewahrt. Die Aadorfer können auch mit gutem Recht von sich behaupten, regelmässig mit echten Innovationen aufzuwarten. 1949 führte es die ersten flexiblen Rafflamellenstoren ein, in den 1970er Jahren folgte die Erfindung der Faltrollladen. Für diese Neuentwicklung erhielt das Unternehmen 1975 an der internationalen Baumesse Batimat in Paris einen Innovationspreis. Ebenfalls Mitte der 70er Jahre übernahm Griesser die in Dübendorf ansässige Elektronikfirma Multronic AG (heute Griesser Electronic AG). Diese ist in der Entwicklung und Herstellung von Steuerungssystemen tätig. 1991 übernahm Griesser sodann den 1960 gegründeten deutschen Markisenhersteller Weinor mit seinen zwei Werken in Köln und Magdeburg. Vor zwei Jahren wurde Griesser ausserdem mit dem KMU-Preis der kantonalen FDP ausgezeichnet. Dies für die Anstrengungen in Energieeffizienz und im Umweltschutz. (fg)

 

 

 

 

 

 

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