Donnerstag, 29. Juni 2017 12:38 Uhr
(Bild: Keystone, Manuel Lopez)

Bahn frei!

 

von Inès De Boel

 

 

Mit der Einweihung des neuen Bahnhofs Oerlikon Ende 2016 wurde ein weiteres Grossprojekt im Norden Zürichs abgeschlossen. Die siebenjährige Bauzeit hat sich gelohnt: Das Gebiet in und um Oerlikon verändert sich stetig und wächst dank gelungenem Mix von Wohnen und Gewerbe. Keine Frage: Zürich Nord bahnt sich seinen Weg. Seit bald vier Monaten können Pendler und Reisende den Bahnhof Oerlikon wieder ohne Hindernisse durchqueren. Und der Bauboom rund um den siebtgrössten Bahnhof der Schweiz hält an. Der Stadtkreis im nördlichsten Zipfel der Stadt hat  seinen – auch nur von einigen böswilligen Zungen behaupteten – provinziellen Mief längst hinter sich gelassen und zeigt sich weitestgehend modern und selbstbewusst.

 

Die zum Norden hin angrenzenden Quartiere Leutschenbach und Glattpark bilden eines der grössten und dynamischsten Entwicklungsgebiete der Stadt Zürich. Zürich Nord hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter entwickelt und einen ausgesprochenen Aufschwung erlebt. Das neue Stadtbild ist geprägt von urbaner Atmos­phäre; die Wohn- und Bürohochhäuser präsentieren sich mit einer Silhouette, welche dem Norden Zürichs schon die Bezeichnung «Little Manhattan» eingebracht hat.

 

Am Leutschenbach will man hoch hinaus: Das Leutschenbach-Quartier, welches unmittelbar an den Stadtteil Oerlikon angrenzt, kann durchaus als Paradebeispiel für eine zeitgemässe städtebauliche und verkehrstechnische Weiterentwicklung gelten. Das seit 1972 bestehende Swissôtel-Gebäude im Zentrum Oerlikons ist schon längst nicht mehr das einzige Hochhaus der Region, sondern bildet nun quasi den «Kopf» eines aufgelockerten Hochhausgebiets. Früher markant und weithin sichtbar, weil allein herausragend, bettet sich das Hotel nun in eine Kette von kompakt und präzise gesetzten Hochhäusern. Hier auf dem 78 Hektaren grossen ehemaligen Gewerbeareal Leutschenbach, wo Zürich und Opfikon funktional und räumlich zusammenwachsen, sollen zukünftig bis zu 25000 Personen arbeiten und 3500 Menschen wohnen.

 

Man kann ohne Weiteres behaupten: Zürich-Nord lebt und gewinnt kontinuierlich an Profil. Wichtig ist den Planern der Stadt Zürich, dass das Gebiet nicht nur von Geschäftsleuten, sondern auch von Familien mit Kindern belebt wird. Zentral beim Entwicklungsprozess ist daher die Realisierung von Vorhaben mit einem Mix aus Gewerbe und Wohnen. Aber auch für Freiräume ist gesorgt: Der Leutschenpark und der Glattpark, welcher nicht mehr zur Stadt Zürich, sondern zu Opfikon gehört, sorgen mit einem künstlich angelegten See samt grosszügiger Parklandschaft für ein paar ruhige Momente fernab der Betriebsamkeit.

 

Kennzeichnend für den Auf- und Umbruch am Zürcher Stadtrand und die zunehmende Bedeutung des Standortes Opfikon ist das seit 2015 eröffnete Businesshotel Kameha Grand Zürich im Glattpark, welches durch sein ungewöhnliches Design und sein völlig neuartiges Konzept einen Kontrapunkt zu den üblichen Hotels in Flughafennähe setzt und damit ein absoluter Hotspot für ­Businessreisende mit gehobenen Ansprüchen ist. Die Betreiber des Hotels haben sich bewusst für den Standort Opfikon entschieden, denn in Sachen Infrastruktur sorgt die Glattalbahn für eine schnelle und direkte Anbindung an die Innenstadt und zum Flughafen, sie erschliesst die wachsende Agglomerationsregion und deckt das damit einhergehende Mobilitätsbedürfnis ab.

 

Nicht zuletzt kann nach der Arbeit dem Vergnügen gefrönt werden. Zusätzlich zu den Messehallen, dem Hallenstadion und dem Theater 11 können Vergnügungslustige in ­Neu-Oerlikon Konzerte, Shows und Ausstellungen in der Anfang Februar dieses Jahres neu eröffneten Zürcher Eventlocation «Halle 622» besuchen, welche während drei Jahren die alte ABB-Hochspannungsfabrik mit neuem Leben erfüllt.               

 


 

VZH