Donnerstag, 19. Juli 2018 21:09 Uhr
Simon Gfeller, Leiter Marketing und Verkauf und stellvertretender CEO Landi Schweiz AG.

«Die Digitalisierung hat unser 
Geschäftsmodell verändert»

OMK – An der Schweizer Online Marketing Konferenz von Mitte August in Bern wird auch Simon Gfeller, Leiter Marketing und Verkauf und stellvertretender CEO der Landi Schweiz AG, als Referent auftreten. Und darüber sprechen, wie Landi den Weg in die digitale Welt beschreitet.  

 

 

 

Interview Robert Altermatt

 

 

Welchen Bezug haben Sie zur Online Marketing Konferenz und was ist Ihre Erwartungshaltung an den Anlass?

Online-Marketing hat auch bei Landi stark an Bedeutung gewonnen. Eingeladen wurde ich, um die Erfahrungen zu teilen, welche Landi auf dem Weg in die digitale Welt gemacht hat. Wir haben unsere eigene digitale Strategie erarbeitet und diese nun schrittweise umgesetzt. Die neuen Elemente, welche geschaffen wurden, sind nicht bloss Ergänzungen, sondern wichtige Bestandteile unseres neuen Geschäftsmodells geworden. Hauptsächlich werde ich über diesen Change-Prozess und über das Projekt zum Launch des Landi-Onlineshops erzählen. Und dabei natürlich auch schildern, welche Schwierigkeiten wir zu bewältigen hatten.

 

Weshalb hat sich Landi dazu entschlossen, ihr Detailhandels-Geschäftsmodell Schritt für Schritt zu digitalisieren?

Das Kundenbedürfnis hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert. Vor zehn Jahren hat man zwar erahnt, dass die Digitalisierung Auswirkungen auf den Detailhandel haben wird, jedoch nicht genau in welchem Umfang und in welchen Bereichen. Nachdem immer klarer wurde, in welche Richtung und in welcher Geschwindigkeit die Digitalisierung voranschreitet, haben wir uns dazu entschlossen, unsere eigene Strategie dazu zu entwickeln. Uns wurde klar: Wollen wir auch in den nächsten 25 Jahren erfolgreich sein, so müssen wir uns verändern und die Digitalisierung nutzen, um dieser teils fast fundamentalen Veränderung des Kundenverhaltens gerecht zu werden. Die Digitalisierung hat unser Geschäftsmodell verändert. Beim Strategieerarbeitungsprozess war es sicher wichtig, dass wir nach Lehrbuch vorgegangen sind und uns zuerst umfassende interne und externe Analysen erarbeitet haben. Dies gab uns Verantwortungsträgern dann auch Sicherheit bei wichtigen Entscheidungen.

 


Wie ist bei der Landi der aktuelle Status Quo in Sachen Digitalisierung?

Um in der digitalen Welt zu bestehen, müssen vor allem zwei Dinge stimmen: Stammdaten und Prozesse. Beides tönt leider nicht so sexy, aber ist Bedingung, um das Thema überhaupt aktiv und offensiv angehen zu können. Nach Jahren extremer Wachstumsraten gab es bei Landi diesbezüglich etwas Nachholbedarf. Diese Lücke konnten wir innerhalb zweier Jahre dann grösstenteils schliessen. Inzwischen haben wir betreffend Stammdaten und Prozesse ein gutes Level erreicht – obwohl noch einiges zu tun ist. Beispielsweise müssen wir verschiedene Geschäftsprozesse noch besser miteinander verknüpfen. Wichtig ist letztlich, dass all das Geld, das in Prozesse und IT investiert wird, auch wirklich zur wirtschaftlichen Verbesserung der Firma beiträgt. Darum ist es wichtig, selbst im digitalen Umfeld die Kosten stark im Fokus zu haben, sonst laufen sie davon.


Was war für Landi die grösste Herausforderung auf dem Weg in die digitale Welt?

Die hatten wir im Projekt «Landi & E-Commerce», als es darum ging, eine Omni-Channel-Lösung aufzubauen. Dabei war die digitale Vernetzung von Landi Schweiz als Marketingorganisation mit den 280 eigenständigen Landi-Läden, mit teilweise unterschiedlichen IT Systemen, die grösste Herausforderung. Schliesslich lösten wir diese mit einem einzigartigen Marketingkonzept, das uns wie auch den autonomen Landi-Läden betreffend Sortimentierung und Warenverfügbarkeit bestimmte Standards vorgibt.


Den digitalen Weg in Angriff zu nehmen ist teuer. Wie schafft man es, dabei die Kosten im Griff zu haben?

Die Gefahr, dass einem die Kosten davon rennen, ist riesengross. Es gibt meiner Meinung nach nur eine Option, wie man dies vermeiden kann, nämlich, dass die wichtigsten Verantwortungsträger der Firma das Heft selber in die Hand nehmen, sich in die Thematik einarbeiten, auch wenn wenig Vorwissen da ist. Letzlich müssen sich die Entscheidungsträger eigene Meinungen bilden, was es braucht und vor allem, was es alles nicht braucht.

 

 

 

Zur Veranstaltung

 

Ort: Bern

 

Datum: 16. August 2018

 

 

Themen der Konferenz

 

 

  • Online Marketing: Web Optimization & UX 
Content Marketing 
Paid Advertising
  • E-Commerce: Master Data in E-Commerce, «Digitalisierung von Gschäftsmodellen», 
E-Commerce Fulfillment
  • E-Business: Data-driven Business, Artificial Intelligence, Disruptive Technologies
  • Workshops: Smart Cities, neue Datenschutzverordnung

 

 

Anmeldung unter: www.online-marketing-konferenz.ch

 

VZH