Donnerstag, 20. September 2018 3:46 Uhr
Der Hyundai Nexo, Serienfahrzeug mit Brenstoffzellentechnologie. Bilder: zVg/Hyundai

Hyundai und Audi vereinbaren Partnerschaft bei Brennstoffzellentechnologie

Hyundai – Die Hyundai Motor Group und die Audi AG haben eine mehrjährige Patent-Lizenzvereinbarung abgeschlossen. Ziel der Partnerschaft ist es, gemeinsam an der Entwicklung von Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen (FCEV) zu arbeiten, um die Automobilindustrie in eine nachhaltigere Zukunft zu führen.

 

 

 

 

Der Vereinbarung zur Kreuzlizenzierung wurde zwischen der Hyundai Motor Company, dem führenden Automobilhersteller der Gruppe, und dem Audi-Mutterkonzern Volkswagen AG unterzeichnet. Hyundai und Audi sowie die beteiligten Tochtergesellschaften werden die Patentlizenzen in den kommenden Jahren teilen.

 

 

Die Partnerschaft soll das gemeinsam Know-how in der Brennstoffzellentechnologie nutzen, um die Präsenz der beteiligten Unternehmen im FCEV-Markt auszubauen. Die Vereinbarung umfasst daher auch den gegenseitigen Zugang zu Brennstoffzellenkomponenten. In einem ersten Schritt wird Hyundai seinem Vertragspartner Zugang zu Komponenten gewähren. Dabei handelt es sich um Teile, die auf der Entwicklung der Brennstoffzellen-Serienfahrzeuge ix35 Fuel Cell und Nexo beruhen.

 

 

Audi – verantwortlich für die Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie innerhalb des Volkswagen-Konzerns – wird auch die Vorteile der Hyundai-Lieferkette für FCEV-Teile nutzen können. Hyundai, der weltweit erste Serienhersteller von Brennstoffzellenfahrzeugen, bietet seit 2013 FCEVs an, die derzeit in 18 Ländern der Welt vertrieben werden.

 

 

«Diese Vereinbarung ist ein Beispiel für das Engagement von Hyundai, die Zukunft mit wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen zu sichern», sagte Euisun Chung, stellvertretender Vorsitzender der Hyundai Motor Company. «Wir sind zuversichtlich, dass die Partnerschaft die Vision und die Vorteile von FCEV für die globale Gesellschaft demonstrieren wird.»

 

 

«Die Brennstoffzelle ist die konsequenteste Form des elektrischen Fahrens und damit ein grosser Pluspunkt in unserem Technologieportfolio für die emissionsfreie Premium-Mobilität der Zukunft», sagte Peter Mertens, Vorstand für technische Entwicklung der Audi AG.

 

 

 

Partnerschaft über die gemeinsame Nutzung von Patenten hinaus

 

Die Hyundai und Audi wollen die Zusammenarbeit über den Lizenzvertrag hinaus intensivieren. Ziel ist es, gemeinsam Innovationen und neue Standards im Bereich FCEV zu entwickeln. Die Allianz soll das Geschäft mit Brennstoffzellenkomponenten ankurbeln und die Wettbewerbsfähigkeit in der Brennstoffzellen-Komponenten-Industrie stärken. Hyundai Mobis, führender FCEV-Komponentenhersteller, wird seine Rolle bei der Entwicklung und Lieferung eigener Kernkomponenten für die Hyundai Motor Group ausbauen.

 

 

Als weltweit erstes Unternehmen hat Hyundai Mobis 2017 ein integriertes Produktionssystem für Kernkomponenten von FCEVs aufgebaut. Das Werk in Chungju, Südkorea, verfügt derzeit über eine Produktionskapazität von 3000 Brennstoffzellen-Antriebseinheiten, sogenannte Powertrain Fuel Cell Complete (PFC), pro Jahr. PFC-Module bestehen aus Brennstoffzellen, Antriebsmotoren, Leistungselektronik-Komponenten und Wasserstoffversorgung. Mobis kann die Kapazität der Anlage je nach Marktnachfrage auf mehrere zehntausend PFC-Module erhöhen.

 

 

Grosse Reichweiten und kurze Betankungszeiten machen Wasserstoff zu einem attraktiven Energieträger für die Elektromobilität. Dies gilt insbesondere für grössere Fahrzeuge, bei denen die konstruktiv bedingten Gewichtsvorteile eines Brennstoffzellenfahrzeugs besonders ausgeprägt sind. Wesentliche Aspekte für den zukünftigen Markterfolg sind die regenerative Erzeugung von Wasserstoff und der Aufbau einer ausreichenden Infrastruktur.

 

 

Die Hyundai Motor Group will FCEVs entwickeln, die die Erwartungen an traditionell angetriebene Fahrzeuge in Bezug auf Sicherheit, Zuverlässigkeit, Reichweite und Ausstattung übertreffen. Mit dem neuen wasserstoffangetriebenen SUV Hyundai Nexo baut die Gruppe ihre Führungsposition weiter aus. Der Nexo bietet eine Motorleistung von 120 kW/163 PS – 20 Prozent mehr als sein Vorgänger ix35 Fuel Cell. Für den Nexo wurde eine eigenständige Plattform entwickelt, die mehr Leistung und bessere Fahreigenschaften ermöglichen soll als frühere Generationen von Brennstoffzellenfahrzeugen und eine Reichweite von 756 km nach NEFZ-Norm.

VZH