Sonntag, 18. November 2018 10:51 Uhr
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Die Regiobank Solothurn erwartet anhaltendes Wachstum.

OTC-Börse

Erfolg trotz Krise

In der letzten UZ widmeten wir uns zwei KMU, die in Übersee Erfolg haben, sowie einer erfolgreichen Bankenfusion. Diesmal beleuchtet unser Autor Fredy Gilgen Erfolgsmodelle aus drei unterschiedlichen Branchen.

 

Regiobank Solothurn

Neue Spitzenresultate

Krise? Welche Krise, muss man sich angesichts der von vielen Kantonal- und Regionalbanken erreichten Resultate fragen. Wie schon die Acrevis Bank (siehe UZ 9/2011) behauptet sich die Solothurner Regiobank unter den momentan schwierigen Verhältnissen bestens. Im Geschäftsjahr 2010 sind Brutto- und Jahresgewinn des Instituts gegenüber den Rekordvorjahreswerten noch einmal leicht angestiegen. Der Reingewinn kletterte um 3,7 Prozent auf 6,8 Mio. Franken, die Bilanzsumme um knapp sieben Prozent auf 1,9 Mrd. Franken. Und auch die Eigenkapitalrendite verbesserte sich trotz der im vergangenen Jahr durchgeführten Aktienkapitalerhöhung auf 15 Mio. Franken überdurchschnittlich. Bankanalysten attestieren dem Solothurner Institut eine im Branchenvergleich gesunde Risiko/Rendite-Konstellation.

Halbjahresabschluss 2011
Es zeigt sich keine Spur vom angeblich rauen Bankenumfeld. Bilanzsumme und Reingewinn haben wiederum neue Rekordwerte erreicht. Dank dem anhaltenden Wachstum hat die Bilanzsumme erstmals in der Geschichte der Bank die Marke von zwei Mrd. Franken übertroffen. Beim Halbjahresgewinn waren die Fortschritte heuer allerdings nur noch marginal: Er verbesserte sich noch um 0,2 Prozent auf 3,2 Mio. Franken. Für das zweite Semester rechnet die Geschäftsleitung der Solothurner Regiobank mit ähnlichen Fortschritten wie in den ersten sechs Monaten.
Hauptverantwortlich für den Geschäftserfolg ist einmal mehr das Zinsdifferenzgeschäft, dessen Ertrag um 5,6 Prozent zugenommen hat. Die noch relativ geringe Bedeutung des Private Banking hat sich für die Solothurner einmal mehr als Vorteil erwiesen. Dennoch hat die Regiobank Solothurn die Vermögensverwaltung inzwischen merklich ausgebaut. Bankenchef Markus Boss ist überzeugt, dass sich in diesem Geschäftsfeld in Zukunft ebenfalls gute Resultate erzielen lassen. Insbesondere dann, wenn sich die Börse nachhaltig erhole, werde sich diese Expansion lohnen. Nichts wissen will man in Solothurn von einer Immobilienblase. Im ersten Halbjahr stieg der Hypothekenbestand der Regiobank zwar ebenfalls wiederum markant um vier Prozent auf knapp 1,5 Mrd. Franken.

Bereits 1966 begann der Siegeszug des Menzi-Muck-Baggers.

Menzi Muck AG

Frischer Wind bei der Baggerherstellerin


In der breiten Öffentlichkeit ist die Baggerherstellerin Menzi Muck vor allen durch ihren bekanntesten Baggerführer, Skistar Paul Accola, bekannt. Unter Fachleuten kennt man das innovative Widnauer Unternehmen jedoch bestens. Der 1984 verstorbene Firmengründer Ernst Menzi besass schon mit 26 Jahren seine erste Firma. In den 50er Jahre wurde er erstmals im Baumaschinenbereich tätig und ab 1966 beginnt in Widnau SG der Siegeszug des mittlerweilen berühmten Menzi-Muck-Baggers. Heute zählt das Unternehmen zu jenen typischen helvetischen KMU, die jenseits grosser Schlagzeilen immer wieder für Spitzenleistungen sorgen. Bei den so genannten Schreitbaggern ist Menzi Muck mittlerweile sogar Weltmarkführerin. Das Unternehmen beansprucht in diesem Bereich auch die Technologieführerschaft. In Widnau werden daneben weitere Nischenprodukte für Bau-, Kommunal-, Gleis-, Forst- und Sondereinsätze produziert.

Beispielhaft in schwierigen Zeiten
Die für die Maschinenindustrie schwierigen Jahre 2008 und  2009 wurden zur Weiterentwicklung genutzt und mit Kurzarbeit durchgestanden. Mit beeindruckenden Resultaten: Schon im vergangenen Jahr erreichte Menzi Muck mit leicht über 54 Mio. Franken den zweithöchsten Umsatz in ihrer Geschichte und mit 2,2 Mio. den höchsten je erreichten Gewinn. Währungsbereinigt hätten auch die Verkäufe neue Höchstwerte erreicht.
Sehr weitsichtig hat die Baggerherstellerin Vorkehrungen getroffen, um die drückenden Währungsprobleme abzufedern. «Wir beziehen bereits seit einigen Jahren Schlüsselkomponenten und Stahlbauteile zu grossen Teilen im Euroraum», erklärt Geschäftsleiter René Bürgler. Bereits 35 Prozent der Herstellkosten fallen unterdessen in Euro an. Diese Weichenstellung zahlt sich aus. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres befindet sich das Unternehmen sowohl bei den Verkäufen wie beim Gewinn auf Rekordkurs. Menzi Muck profitiert sicher auch davon, dass ihr grösster direkter Mitbewerber die gleichen Währungsprobleme habe.


Neue Mehrheitsaktionärin
Bedeutende Veränderungen haben im August bei den Besitzverhältnissen stattgefunden. Die Diepoldsauer KMU Holding Rheintal Assets AG hat von den Geschäftsleitungsmitgliedern René Bürgler und Christoph Schumacher die Aktienmehrheit an der Menzi Muck übernommen. Hauptzwecke dieser Transaktion sind die Nachfolgeregelung und die Verstärkung der Kapitalbasis.

Das Verlagshaus der AZ Medien in Aarau.

AZ Medien

Turnaround bei AZ Medien


Der Mediensektor hat die Krisenjahre 2008/09, die für die meisten Branchenunternehmen insbesondere im Inseratebereich einen kräftigen Umsatzrückgang brachte, überraschend schnell überwunden. Überraschend deshalb, weil Branchenbeobachter angesichts der rasanten Entwicklung der digitalen Kommunikationstechniken den Medienhäusern nicht besonders rosige Zukunftsperspektiven attestierten.
Doch entgegen allen Erwartungen glänzt die Branche im laufenden Jahr fast durchwegs mit stolzen Ergebnissen. Branchenriesen wie Ringer, Tamedia oder Publigroupe können sich heuer mit Recht auf die Schulter klopfen. Noch wesentlich dynamischer verläuft die Entwicklung aber bei den nichtkotierten Medienunternehmen. Die Aktien der Zürcher Oberland Medien gehören sogar den Überfliegern des Jahres und die Titel der Luzerner LZ Medien Holding sind ebenfalls gut im Stoss. Höchst bemerkenswert ist sodann der Turnaround bei AZ Medien. Obschon das Unternehmen des Mehrheitsaktionärs und Verlegers Peter Wanner vor zwei Jahren noch rote Zahlen schrieb und erst im letzten Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehrte, ist der Kurs der AZ Medien-Aktien im laufenden Jahr bereits um rund 44 Prozent gestiegen.

Multimediastrategie
Die Strategie der AZ Medien über verschiedene Medienkanäle wie Fernsehen, Radio, Zeitung, Internet, präsent zu sein, hat viele Investoren überzeugt. Und in der Tat präsentiert sich die strategische Ausrichtung für Wanners AZ Medien heute wesentlich besser als vor einigen Jahren. Die massiven Investitionen von rund 160 Millionen in den vergangenen fünf Jahren beginnen sich auszuzahlen. Vor TeleBärn und TeleZüri ist AZ Medien bereits bei Vogt-Schild («Solothurner Zeitung») und der «Basellandschaftliche Zeitung» eingestiegen. Auch bei den Partnern in Zofingen und Olten ist AZ Medien Minderheitsaktionär.

Über die Hälfte macht das Printgeschäft aus
Dank den zahlreichen Akquisitionen ist AZ Medien zu gut der Hälfte des Umsatzes im konjunktursensitiven Zeitungsgeschäft tätig. Peter Wanners mehrfach bekräftigtes Ziel ist es, AZ Medien als gesundes Unternehmen der nächsten Generation zu übergeben. Diesem Ziel dürfte die Gruppe bereits im laufenden Jahr einen Schritt näher kommen. Wie die übrigen Verleger ist Wanner für das laufende Jahr zuversichtlich und rechnet mit einem weiteren starken Wachstum. Mit einem Eigenfinanzierungsgrad von 37 Prozent verfügt AZ Medien zudem über eine im Medienbereich vergleichsweise solide finanzielle Basis. Die zahlreichen Übernahmen machen einen Vergleich mit den Vorjahren allerdings schwierig. Bereits Ende des vergangenen Jahres war das Unternehme kaum mehr mit demjenigen aus dem Jahr 2009 vergleichbar. Die neuen Übernahmen im Fernsehbereich werden die Vergleichsmöglichkeiten auch im laufenden Jahr erschweren.

VZH