Donnerstag, 21. Juni 2018 22:11 Uhr
13.03.2018

Agroscope soll Standorte in Zürich schliessen

Kategorie: News

Bern - Der Bund will die Betriebskosten seiner Agrarforschungsanstalt Agroscope halbieren. Der Bauernverband ist „fassungslos“. Zürcher Politiker kritisieren die geplante Schliessung der Standorte Wädenswil und Reckenholz.

Der Bundesrat will seine Agrarforschungsanstalt Agroscope umbauen. Sie solle sich damit „stärker auf ihre Kernaufgabe als spezialisierte landwirtschaftliche Forschungsanstalt konzentrieren können“, schreibt er in einer Medienmitteilung von Freitagnachmittag. Dabei soll massiv gespart werden. Der Bundesrat will das Budget um ein Fünftel senken. Die Einsparungen sollen vor allem bei den Betriebskosten vorgenommen werden, die heute 40 Prozent des Budgets ausmachen. Dabei werde es auch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen, schreibt der Bund.

Der Schweizerische Bauernverband reagierte am Montagnachmittag „fassungslos“ auf die Ankündigung des Bundes und spricht von einem „Kahlschlag“. „Bis zu 600 Stellen wären betroffen“, heisst es in einer Mitteilung. Der Bauernverband sei mit den Plänen nicht einverstanden. „Ohne eine gut funktionierende Forschung, Beratung und Bildung bleiben die geforderten Optimierungen in der landwirtschaftlichen Praxis ohne Erfolg und die Schweiz droht ihren Spitzenplatz in der nachhaltigen Produktion zu verlieren.“

Zürcher Politiker machen sich um die Zukunft der Standorte Wädenswil und Reckenholz Sorgen. Sie fürchten, dass der Bund sich auf den Standort Posieux FR konzentrieren und die anderen Standorte aufgeben wolle, heisst es in einem Artikel des „Tages-Anzeigers“. „Ich kann diese irre Zentralisierungsmanie nicht verstehen“, wird darin der Wädenswiler Stadtpräsident und CVP-Kantonsrat Philipp Kutter zitiert. Er will mit seinen Kantonsratskollegen Martin Hübscher (SVP) und Roland Brunner (Grüne) den Regierungsrat auffordern, sich für den Erhalt der beiden Zürcher Standorte einzusetzen. stk


VZH