Samstag, 26. Mai 2018 6:05 Uhr
26.04.2018

Baselland will Unternehmenssteuern deutlich senken

Kategorie: News

Liestal - Der Kanton Basel-Landschaft will im Zuge der Steuervorlage 17 seine Unternehmenssteuern schrittweise auf 13,45 Prozent senken. Er setzt sich zudem auf Bundesebene für mehr Flexibilität bei der Dividendenbesteuerung ein.

In der Region Basel profitieren zahlreiche Unternehmen von der heutigen steuerlichen Privilegierung von Statusgesellschaften. Laut einer Mitteilungdes Kantons Basel-Landschaft beschäftigen diese Unternehmen in der Region direkt 30.000 und indirekt 90.000 Personen. Auf Anfang 2020 soll die steuerliche Privilegierung im Rahmen der Steuervorlage 17 wegfallen. Um dennoch steuerlich attraktiv zu bleiben, hat der Baselbieter Regierungsrat nun beschlossen, den Unternehmenssteuersatz bis 2025 schrittweise auf 13,45 Prozent zu senken. Heute beträgt er maximal 20,7 Prozent. Die Kapitalsteuer soll von heute maximal 3,8 Promille auf 1,6 Promille gesenkt werden. Ausserdem setzt der Kanton die vom Bund vorgegebene Patentbox für Erträge aus Patenten und vergleichbaren Rechten ein, die zu 90 Prozent entlastet werden sollen. Auch der zusätzliche Abzug für Forschung und Entwicklung von 20 Prozent kommt zum Zug.

Bei der Mindestbesteuerung von Dividendeneinkünften setzt sich der Kanton auf Bundesebene für eine höhere kantonale Flexibilität ein. Er möchte die untere Grenze bei 60 Prozent festschreiben. Der Bund gibt bisher 70 Prozent vor.

Der Kanton rechnet trotz des höheren Anteils an der direkten Bundessteuer mit Steuerausfällen. Diese dürften zwischen 2020 und 2024 jährlich bei 28 Millionen Franken für den Kanton, 13 Millionen Franken für die Gemeinden und 1,3 Millionen Franken bei den Landeskirchen liegen.

Die Handelskammer beider Basel (HKBB) begrüsst die Vorlage. Sie trage „zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Region Basel“ bei, heisst es in einer Mitteilung. Die Wirtschaft brauche rasch eine gute Lösung, damit „die unhaltbare Situation für unsere Unternehmen endlich ein Ende hat“, wird HKBB-Martin Dätwyler zitiert. stk


VZH