Dienstag, 26. September 2017 9:13 Uhr
09.06.2016

Brenson will Regulierung an FinTech anpassen

Kategorie: News

Zürich - Die Schweiz hat eine Chance, den Finanzplatz mit FinTech zukunftsorientiert zu gestalten, findet Mark Branson, Direktor der Finma. Dazu müsse sie jedoch rasch eine massgeschneiderte Regelung schaffen. Die Finma arbeite bereits daran.

Bisher war der Finanzplatz Schweiz dank des Bankgeheimnisses zu einem gewissen Grad abgeschirmt, nun habe sie jedoch Nachholbedarf, was die Innovation angeht, sagte Mark Branson, Direktor der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) an einer Tagung an der Universität Zürich laut einer Medienmitteilung. Innovationen seien derzeit vor allem bei FinTech-Unternehmen zu beobachten, die neue Technologien und Finanzdienstleistungen verschmelzen. Eine grosse Vielfalt solcher Unternehmen nehme in der Schweiz ihre Tätigkeit auf. Nun müssten aber auch noch die Rahmenbedingungen an die neuen Geschäftsmodelle angepasst werden, um sie auch in der Schweiz zu behalten.

Die Finma habe im März bereits die Vorschriften gelockert, wonach ein Konto nur bei persönlicher Vorsprache des Kunden eröffnet werden kann. Seither ist auch eine Identifizierung im Internet möglich, beispielsweise per Video. Bei den Vermögensverwaltungsmandaten sei die Finma nun ebenfalls daran, papiergebundene Anforderungen zu eliminieren.

Beim Bankengesetzt sei jedoch nicht die Finma, sondern der Gesetzgeber gefordert. Laut Brenson müsste das Bankengesetzt angepasst werden. Es stelle hohe Eintrittshürden bei der Gründung einer Bank auf, die für viele Fintechunternehmen nicht angemessen seien. Sobald jemand Geld von mehr als 20 Personen annimmt und es nicht unmittelbar in einer Transaktion an jemand anderen weitergibt, ist laut Gesetz eine Banklizenz nötig. Dies hindere Geschäftsmodelle wie Crowdlending-Plattformen, die Kredite zwischen Privatpersonen oder zwischen Privaten und kleineren Unternehmen vermitteln. Höhere Kreditbeträge bleiben ihnen verwehrt, weil die Tranche für den einzelnen Anleger zu hoch wird, wenn die Kreditsumme auf bloss 20 Personen verteilt werden darf. Die Finma wolle dem Bundesrat bis zum Herbst konkrete Vorschläge für dieses Problem vorlegen. ssp


VZH