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16.05.2018

Chefjurist von Novartis stolpert über Trump-Verwicklungen

Kategorie: News

Basel - Novartis wechselt seinen Chefjuristen aus. Felix Ehrat übernimmt damit die Verantwortung für einen Lobby-Vertrag mit Michael Cohen, den Anwalt von US-Präsident Donald Trump. Der Vertrag sei ein Irrtum gewesen, sagt Ehrat.

Die Untersuchungen des amerikanischen Sonderermittlers Robert Mueller haben Folgen für Novartis. Im Rahmen dieser Ermittlungen war bekannt geworden, dass Novartis einen Vertrag mit Essential Consultants abgeschlossen hatte. Die Firma des Trump-Anwalts Michael Cohen übernahm dabei Lobby-Dienstleistungen für den Basler Pharmakonzern. „Dieser Vertrag, obwohl juristisch nicht zu beanstanden, war ein Irrtum“, wird Felix Ehrat, der bisherige Chefjurist von Novartis, in einer Mitteilungdes Unternehmens zitiert. „Als Mitunterzeichner mit unserem damaligen CEO übernehme ich mit diesem Entscheid persönlich Verantwortung, um die öffentliche Debatte darüber zu beenden.“

Der neue CEO von Novartis, Vas Narasimhan, lobt seinen abgehenden Chefjuristen. „Felix Ehrat hat die globale Rechtsabteilung von Novartis substanziell weiterentwickelt und mit seiner ausgewiesenen Expertise eine bedeutende Rolle in der Geschäftsleitung wahrgenommen“, heisst es in der Mitteilung. 

Neuer General Counsel von Novartis wird Shannon Thyme Klinger. Sie war seit 2011 General Counsel für die Novartis-Tochter Sandoz in Nordamerika und seit 2016 Chief Ethics Compliance Officer von Novartis. Seit diesem Frühjahr gehört sie auch der Geschäftsleitung an.

Der Vertrag mit Essential Consultants war im Februar 2017 von Vas Narasimhans Vorgänger Joe Jimenez abgeschlossen worden. Laut einer Erklärungvon Novartis von vergangener Woche zahlte das Unternehmen dabei monatlich 100.000 Dollar. Der Amerikaner Jimenez hatte Ende Januar 2017 auch an einem Treffen von Pharma-Managern mit dem neu ins Amt gekommenen Präsidenten Trump teilgenommen, an dem über die hohen Medikamentenpreise in den USA gesprochen wurde. stk


VZH