Donnerstag, 20. September 2018 2:13 Uhr
13.04.2018

Datenbank hilft bei Wiederverwertung von Elektronikschrott

Kategorie: News

Dübendorf ZH - Die erste europaweite Datenbank für Sekundärrohstoffe gibt Auskunft über Rohstoffvorkommen in Autos, Batterien und Elektrogeräten. An ihrer Entwicklung war die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa massgeblich beteiligt.

„Die Urban Mine Platform enthält Datensätze zu Flüssen, Lagern, Zusammensetzung und Abfallströmen von Batterien, Elektro- und Elektronikgeräten sowie von Fahrzeugen“, informiert die Empa in einer Mitteilung. Die erste Datenbank für Sekundärrohstoffe erfasst die Rohstoffvorkommen solcher Geräte in 28 EU-Ländern, Norwegen und der Schweiz. Finanziert wurde das Projekt, in dessen Rahmen die Daten aus diversen bereits vorhandenen Datenbanken aufbereitet wurden, vom Forschungsprogramm Horizon 2020. Neben 17 Forschungseinrichtungen aus zwölf Ländern waren gleich drei Institute der Empa an der Entwicklung beteiligt. 

Die Empa-Abteilung Technologie und Gesellschaft war dabei für den Arbeitsbereich Produkt Charakterisierung verantwortlich. „Die von Patrick Wäger geleitete Abteilung forscht seit vielen Jahren international vernetzt an Recycling-Systemen“, erläutert die Empa in der Mitteilung. Der Empa-Forscher Amund Loevik war damit betraut, die Qualität von Daten aus unterschiedlichen Quellen zu beurteilen. Die Empa-Abteilung Particles-Biology Interactions trug dazu mit statistischen Verfahren bei. Die Gruppe von Empa-Forscher Renato Figi aus der Abteilung Advanced Analytical Technologies schliesslich war mit der Entwicklung neuer Methoden zur Bestimmung des Gehalts der Rohstoffe in Produkten und in Fraktionen im Aufbereitungsprozess befasst. 

Seit Januar können die gesammelten und aufbereiteten Daten unter der Adresse www.urbanmineplatform.eu abgerufen werden. Sie sollen Forschenden, der Recyclingwirtschaft und politischen Entscheidungsträgern Informationen zur Verfügung stellen, „etwa um die Rohstoffpotenziale bestimmter Lager der urbanen Mine abzuschätzen oder um innovative Rückgewinnungsstrategien zu entwickeln“, heisst es abschliessend in der Mitteilung. hs


VZH