Samstag, 26. Mai 2018 6:14 Uhr
13.02.2018

EU-Aufseher warnen vor Kryptowährungen

Kategorie: News

Brüssel - Die drei Finanzaufsichtsbehörden der EU warnen Konsumenten vor dem Kauf von Kryptowährungen. Diese repräsentierten keine tatsächlichen Werte und seien nicht durch EU-Recht reguliert. Ihren Besitzern drohe Totalverlust.

Die EU-Börsenaufsichtsbehörde ESMA, die Bankenaufsichtsbehörde EBA und die Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA machen gemeinsam Front gegen Kryptowährungen. „Die heute verfügbaren virtuellen Währungen sind digitale Wertzeichen, die weder von Zentralbanken herausgegeben noch von ihnen garantiert werden und nicht den rechtlichen Status einer Währung oder von Geld haben“, schreiben sie in einer gemeinsamen Erklärung. Kryptowährungen seien hochriskant, würden im allgemeinen keine tatsächlichen Werte repräsentieren und seien nicht durch EU-Recht reguliert. Daher gebe es in diesem Bereich keinen Verbraucherschutz, warnen die drei Behörden.

Die EU-Finanzmarktaufseher verweisen dabei unter anderem auf die hohe Volatilität, den Mangel an Transparenz, mögliche Handelsunterbrechungen auf Kryptowährungsbörsen und die Gefahr für die Verbraucher, ihre Kryptowährungen nicht jederzeit in echte Werte umtauschen zu können. Das gelte auch dann, wenn die Konsumenten ihre Kryptowährungen von Firmen kauften, die für andere Dienstleistungen der Finanzmarktaufsicht unterständen. Wenn die Konsumenten dennoch Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether, Litecoin oder Ripple kaufen oder halten wollten, dann sollten sie sicherstellen, dass sie auch mit einem Totalverlust leben könnten.  

Mit der Warnung an die europäischen Konsumenten reihen sich ESMA, EBA und EIOPA in einen wachsenden Chor von Behördenwarnungen ein. So hatte vor einer Woche Agustin Carstens, Chef der in Basel beheimateten Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, in einer Rede an der Goethe-Universität in Frankfurt ebenfalls auf die Risiken von Bitcoin und ähnlichen Währungen hingewiesen. „Sie mögen vielleicht als ein alternatives Zahlungssystem ohne die Einmischung von Regierungen beabsichtigt worden sein“, so der oberste Zentralbanker der Welt. „Aber sie sind zu einer Mischung zwischen einer Blase, einem Schneeballsystem und einer ökologischen Katastrophe geworden.“

Auch Thomas Jordan hat im Januar vor Kryptowährungen gewarnt. „Bitcoins und andere Währungen werden sehr oft für dubiose Zwecke verwendet“, erklärte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank im ECO Talk des Schweizer Fernsehens. stk


VZH