Montag, 22. Oktober 2018 20:17 Uhr
26.04.2018

Kantone wehren sich gegen Agroscope-Zentralisierung

Kategorie: News

Chur/Zürich - Die Kantone Graubünden und Zürich lehnen eine Zentralisierung von Agroscope ab. Die Schliessung von Standorten der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt des Bundes würde den Wissenstransfer in die Praxis schwächen.

Der Bundesrat prüft die Zusammenlegung aller Standorte von Agroscopein Posieux FR. Damit sollen die Forschung geografisch konzentriert und Mittel gespart werden. Die Regierungen der Kantone Graubünden und Zürich lehnen diese Zentralisierung ab, wie sie in zwei getrennten Stellungnahmen schreiben. Die Bündner Regierung nehme die Zusammenlegung und den drohenden Leistungsabbau „mit grosser Sorge und Vorbehalten zur Kenntnis“, heisst es in der Mitteilungaus Chur. Sie fürchtet „gravierende Auswirkungen“ für die agronomischen Forschungsanliegen der Ostschweiz und vor allem der Berglandwirtschaft. In Graubünden läuft derzeit eine Vielzahl von Projekten von Agroscope.

Der Zürcher Regierungsrat reagiert mit der Stellungnahmeauf ein Dringliches Postulat aus dem Kantonsrat. Dieses ersucht die Regierung, sich für den Erhalt der Forschungsanlagen in Zürich Reckenholz und Wädenswil einzusetzen. Die Regierung nimmt dieses Postulat nun entgegen und verweist auch auf die engen Beziehungen zur Universität und zur Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Auch die Zusammenarbeit mit der kantonalen Fachberatung am Strickhof sei wichtig. Der Regierungsrat will nun das Gespräch mit dem Bund suchen und dabei auch Kooperationsmöglichkeiten suchen.

Der Bund hatte im März mitgeteilt, dass er Agroscope umbauen wolle. Diese solle sich „auf ihre Kernaufgabe als spezialisierte landwirtschaftliche Forschungsanstalt konzentrieren“. Der Schweizerische Bauernverband reagiertedamals „fassungslos“ auf die Ankündigung des Bundes und sprach von einem „Kahlschlag“. stk


VZH