Donnerstag, 19. Juli 2018 21:26 Uhr
13.04.2018

Sanktionen gegen Russland setzen Franken unter Druck

Kategorie: News

New York - Der Schweizer Franken hat gegenüber dem Euro an Wert verloren und nähert sich dem einstigen Mindestkurs von 1,20. Grund seien die amerikanischen Sanktionen gegen Russland, die auch Schweizer Unternehmen treffen, zeigt ein Medienbericht.

Der Franken ist mit 1,1860 zum Euro am Donnerstag so schwach gewesen wie zuletzt 2015. Die Bewegung des Wechselkurses zeigt inzwischen auf 1,20 Franken zum Euro, demjenigen Wechselkurs, den die Schweizerische Nationalbank bis zum 15. Januar 2015 verteidigt hat. Grund für die aktuelle Schwäche des Franken sind laut einem Berichtder Nachrichtenagentur Bloomberg die amerikanischen Sanktionen gegen russische Politiker und Oligarchen.

Die amerikanischen Behörden haben dabei unter anderem Viktor Wechselberg im Visier. Wechselberg ist in der Schweiz über seine Beteiligungsgesellschaft Renova in vier Unternehmen investiert, Sulzer, Oerlikon, Schmolz+Bickenbach und Züblin. Sulzer übernimmt nun gut 15 Prozent seiner ausstehenden Aktien von Wechselberg, damit dessen Anteil unter 50 Prozent fällt. Der Schweizer Franken werde derzeit vor allem durch die Kapitalflüsse und die Sanktionen gegen Russland bewegt, die auch Schweizer Firmen träfen, zitiert Bloomberg Manuel Oliveri, Währungsstratege bei der Credit Agricole. Die Russen brauchten Liquidität und es gäbe keinen Bedarf, Geld in der Schweiz zu lassen. Ähnlich Peter Rosenstreich: Der Schweizer Franken sei vom Thema Russlandsanktionen betroffen, wird der Leiter Marktstrategien bei Swissquote zitiert. Für eine kleine, offene Volkswirtschaft sei es „extrem riskant“, in ein geopolitisches Seilziehen einbezogen zu werden.

Die Sanktionen haben auch die Unternehmen selbst getroffen. „Die Geschäftstätigkeit von Sulzer wurde erheblich beeinträchtigt“, teilteder Technologiekonzern mit Sitz in Winterthur am Donnerstag mit. Er hofft nun, mit dem Abbau des Wechselberg-Anteils das Gröbste hinter sich zu haben. „Das Unternehmen geht nicht davon aus, dass die langfristige Entwicklung beeinträchtigt wird.“ Allerdings könnten die Sanktionen auch Kunden und Investoren abschrecken, schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“ in einem Artikel. Diese könnten sicherheitshalber auf andere Lieferanten und Anlageobjekte ausweichen. stk


VZH