Donnerstag, 21. Juni 2018 22:11 Uhr
13.03.2018

Übernahmen in der Pharmabranche dürften zunehmen

Kategorie: News

Zürich - Im Jahr 2017 haben sich Pharma- und Medtech-Unternehmen mit Übernahmen zurückgehalten, zeigt ein EY-Bericht. Für 2018 erwartet die Beratungsfirma ein höheres Transaktionsvolumen. Sie weist dabei auch auf den Druck durch Technologiekonzerne hin.

Pharma- und Medtech-Unternehmen haben 2017 mit 203 Milliarden Dollar 20 Prozent weniger für Übernahmen und Fusionen ausgegeben als im Vorjahr. Dies zeigt ein neuer Bericht des Beratungsunternehmens EY. Als die grösste Transaktion gilt der Kauf des Baselbieter Biopharmaunternehmens Actelion durch den US-Konzern Johnson & Johnson für knapp 30 Milliarden Dollar.

„Hohe Marktpreise und insbesondere die bevorstehende Steuerreform in den USA haben die Pharmakonzerne 2017 abwarten lassen. Mit dieser Lauerstellung dürfte es 2018 aber vorbei sein“, kommentiert Jürg Zürcher, Biotech Leader bei EY Schweiz. Die Zurückhaltung habe die Kassen für 2018 wieder etwas gefüllt. Die Kaufkraft der Branche beziffert EY mit 1,34 Billionen Dollar. Das ist der dritthöchste Wert seit dem Bestehen des EY-Berichts. Damit sei die Branche nun auf die Übernahmen und Fusionen vorbereitet. Insbesondere Medtech-Unternehmen kommen mit etwa 256 Milliarden Dollar auf eine höhere Kaufkraft als je zuvor. Spezialpharma-Unternehmen müssten sich dagegen noch erholen. Ihre Kaufkraft ging um 24 Prozent auf 26 Milliarden Dollar zurück.

EY weist weiter auch darauf hin, dass Technologieunternehmen die Pharmabranche immer mehr unter Druck setzen. So drängen etwa Technologieriesen wie Amazon, Apple, Samsung oder die Google-Mutter Alphabet in den Life-Sciences-Markt ein. Allein die sieben grössten Technologiekonzerne haben dabei eine grössere Kaufkraft als die 65 grössten Life-Sciences-Unternehmen zusammen.

„Es reicht heutzutage nicht mehr, nur ein gutes Produkt zu haben. Das Sammeln und Auswerten von grossen Datenmengen sowie das Internet der Dinge verändern die gesamte Wertschöpfung – und genau hier treten neue Konkurrenten wie Amazon oder Alphabet auf den Plan“, erklärt Zürcher. Über Zukäufe oder Gemeinschaftsunternehmen müssten die Pharmakonzerne künftig Gesundheitsplattformen aufbauen, um individuell auf Patienten zugeschnittene Produkte anbieten zu können. ssp


VZH