Donnerstag, 21. Juni 2018 22:03 Uhr
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Die Potenziale der 
Cloud-Migration

Cloud Computing – Nebst Flexibilität, Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit im Endergebnis eröffnen sich auf dem Weg zur Cloud-Migration wertvolle Innovationspotenziale: die Optimierung etablierter Modelle und Prozesse sowie individuelle Lösungen dank Cloud-Native-Entwicklungen.

 

 

 

Von Martin Ruckli

 

 

Die Zeiten in denen Sicherheitsaspekte von Cloud-Lösungen für unternehmens-kritische Anwendungen als unzureichend taxiert wurden, sind definitiv vorbei. Anders wäre der Cloud-Boom über alle Branchen hinweg und von Unternehmen mit hohen Compliance-Anforderungen nicht zu erklären. Heute setzen zwei Drittel aller IT-Unternehmen auf Services in der Cloud. Sie werden hohen Sicherheitsanforderungen gerecht, sind transparent und auch komplexe Kernprozesse lassen sich zuverlässig darin ausführen.

 


Vorteile der Cloud

 

Die Digitalisierung bringt eine Zunahme an Systemen, Applikationen und Datenmengen mit hohen Speicher- und Rechenanforderungen mit sich. Investitionen in eigene statische Infrastrukturen und Systeme sind hoch und angesichts der raschen Entwicklung bieten sie zu wenig nachhaltige Flexibilität. Cloud-Services lassen sich hingegen flexibel buchen, skalieren und verrechnen. Sie ermöglichen die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen, effizienteres Management der Unternehmensprozesse und die erleichterte Entwicklung neuer digitaler Prozesse. Und dies basierend auf einer stabilen und sicheren Betriebsumgebung. Mit einer Migration in die Cloud lassen sich auch Verfügbarkeiten und Ausfallsicherheit verbessern, denn die weitgehend automatisierten Prozesse sind weniger fehleranfällig.

 

Der Zeitpunkt, klassische in agilere IT-Strukturen durch die Cloud umzuwandeln, ist basierend auf dem vielfältigen Angebot perfekt. Dabei stellt die Cloud Infrastruktur (IaaS) in Form von skalierbaren Rechenleistungen sowie Storage-, Server- und Netzwerkressourcen bereit. Für die effiziente Entwicklung neuer Angebote kommt Platform as a Service (PaaS) zum Einsatz und Software as a Service (SaaS) stellt die Basis und die gewünschten Anwendungen zur Verfügung. Zudem kann man sich auf die businessrelevanten Prozesse kümmern und Services wie Authentifizierung können bezogen werden. Integrierte Schnittstellen (APIs) erlauben Entwicklern Optimierungen an Anwendungen und Services vorzunehmen oder die Realisation neuer Cloud-Native-Lösungen. Und sie ermöglichen das Management und die Orchestrierung der Prozesse und Services.

 

Ohne Cloud-Ressourcen ist es heute schwierig und mit hohem Aufwand verbunden, mit dem rasanten Tempo an neuen Innovationen und Entwicklungen mitzuhalten. Schnelle Anpassungen an den sich stetig wandelnden Kundenbedürfnissen sind gefragt. Dienste, die leicht orchestriert werden können, unterstützen Verfahren für die Bereitstellung von Anwendungen signifikant. Grösster Treiber der zunehmenden Cloud-Migrationen dürfte die Nutzung von SaaS sein, die Unternehmen Anschaffungs- und Betriebskosten einsparen lässt.

 


Cloud-Migrationsanalyse

 

Die Vorteile überwiegen, dennoch zahlt sich eine sorgfältige Planung bei der Verlagerung klassischer Infrastrukturen und Diensten in die Cloud aus. Ein erfolgreicher Wechsel in die Cloud hängt von der Komplexität der Anwendungsarchitektur und vom Grad der Anwendungskopplung ab. Zuallererst empfiehlt es sich, die kritischen Applikationen und Prozesse des Kerngeschäfts zu eruieren. Sie bilden das Herzstück eines Unternehmens. Bei produzierenden Unternehmen handelt es sich um Abläufe im Rahmen der Produktherstellung und bei Dienstleistungsunternehmen um solche zur Produktentwicklung. Sie agieren mit marktorientierten, unterstützenden und übergreifenden Prozessen.

 

Durch die genaue Analyse der Unternehmensprozesse und deren Digitalisierungsgrade lässt sich feststellen, welche Anwendungen bereits cloudfähig sind, welche angepasst und welche aufgrund ihrer Inkompatibilität durch moderne Lösungen ersetzt werden müssen. Und nicht selten werden im Rahmen einer Cloud-Migrationsanalyse auch Versäumnisse nachgeholt und Prozesse erstmals überhaupt durchgängig digitalisiert. Den grössten Mehrwert, welcher die Cloud-Migrationsanalyse folglich hervorbringt, sind die Innovationspotenziale, die bei genauer Betrachtung der Infrastrukturen, Anwendungen und Prozesse ans Licht rücken.

 

Die Eröffnung der Potenziale, die sich während der Konzeptionsphase einer Cloud-Migration eröffnen, hängt vom Grad der Analysebereitschaft ab. Für Unternehmen, deren Priorität vor allem auf die eigentliche Migration ihrer bestehenden Ressourcen in die Cloud fokussiert, sind meist weniger Entwicklungsarbeiten nötig. Beispielsweise bei der Migration zu Microservices. Die Vorteile, die eine Cloud-Lösung bietet, können rasch realisiert werden: Ressourcenunabhängigkeit sowie Steigerung der Sicherheit und Verfügbarkeit. Auch für diejenigen Unternehmen, die eine rasche Cloud-Migration bevorzugen, bieten sich zum späteren Zeitpunkt Möglichkeiten an, mit Cloud Native-Entwicklungen weitere Optimierungen und individualisierte Lösungen zu realisieren.

 


Hybride Cloud-Architekturen

 

Es gibt verschiedene Migrationsstrategien. Unternehmen, die in lokale Technologien investiert haben und einer kompletten Verlagerung ihrer Ressourcen in die Cloud abgeneigt sind, empfehlen sich hybride Cloud-Lösungen. Die Hybrid-Architektur stellt oftmals ein wichtiger Übergang zur Cloud-Integration dar, denn sie kann entgegen einer umfassenden Migration schrittweise und effizient durchgeführt werden. Entscheidend ist dabei, dass Unternehmen einen Cloud-Anbieter finden, der ihnen eine Hybrid-Lösung anbieten kann, welche die lokalen Technologien optimal mit Cloud-Ressourcen verbindet.

 

Hybrid-Lösungen werden oftmals im Zusammenhang mit dualer Datenspeicherung lokal und  in der Cloud genutzt. So lassen sich Daten näher an die Kunden bringen und sie bei höchster Verfügbarkeit kostengünstig sichern und wiederherstellen. Es gibt etliche Speicher- und Datenbankservices, die sich nahtlos in lokale Anwendungen integrieren und bei Bedarf individuell optimieren lassen. Mit höchster Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und sicheren Verschlüsselungstechnologien bieten moderne hybride Cloud-Lösungen maximale Sicherheit.

 


Cloud Native-Softwareentwicklung

 

Die grössten Potenziale auf dem Weg in die digitale Zukunft eröffnen sich mit einer umfassenden Cloud-Migrationsanalyse, die in den meisten Fällen zu Neukonzeptionen der Prozesse mit sogenannten Cloud-Bausteinen führt. Das Angebot an verfügbaren Services basierend auf aktuellsten Technologien ist enorm vielfältig und wächst stetig weiter. Gutes Beispiel sind die marktführenden Amazon Web Services (AWS), die mittlerweile hunderte von Services bereitstellen. Mit AWS-Bausteinen lassen sich individualisierte Cloud Native-Entwicklungen realisieren. Ob Optimierungen an bestehenden Applikationen, Prozessen und Services oder Neukonzeptionen und -entwicklungen – im Endergebnis führen Flexibilität und Skalierbarkeit zu den gewünschten Neuerungen und nicht zuletzt zu signifikanten Kosteneinsparungen im Betrieb. Selbstverständlich braucht es auch eine IT-Landschaft und die unternehmerische Bereitschaft, welche die Prozessoptimierung unterstützt und agil ist, um mit den Prozessveränderungen Schritt halten zu können.

 

Ein gutes Beispiel zeigt sich in der Optimierung von batch- zu event-basierten Verfahren. In den meisten Unternehmen laufen Prozesse nach wie vor mit batch-orientierten Verfahren in genau definierten Zeitpunkten ab. Beispielsweise Tagesendverarbeitungen führen zu Aktivitäts- und Ressourcenspitzen. Eventbasierte Verfahren in der Cloud lösen diese ab und ermöglichen Prozesse nahezu in Echtzeit auszuführen und die Verarbeitung auf den Tag zu verteilen. Eventbasierte Systeme bilden Geschäftsprozesse robust und skalierbar ab und ermöglichen flexible Anpassungen auf wandelnde Marktbedingungen.

 

Erst mit dem perfekten Zusammenspiel zwischen Cloud- und geschäftsrelevanter Services sowie individuellen Cloud Native-Entwicklungen schöpfen Unternehmen die Möglichkeiten modernster Cloud-Lösungen aus.

 

 

Der Autor

 

 

 

 

Martin Ruckli ist CTO, Software Engineer und Partner bei Foursight Digital. Zurzeit plant und realisiert er komplexe Cloud-Applikationen mit Amazon Web Services (AWS).

 

 

 

 

 

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Foursight Digital ist ein innovatives Unternehmen in den Bereichen Cloud Solutions, Data Science und Software Engineering für Kunden aus diversen Branchen. Als Partner für modernste Cloud-Lösungen unterstützt Foursight Unternehmen von der Cloud-Strategie über die Implementation bis hin zum Systemmanagement. Das interdisziplinäre Team aus erfahrenen Software Engineers ist spezialisiert im Design und in der Erstellung, Umsetzung sowie Auslieferung komplexer Architekturen.

 

 

 

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