Sonntag, 18. November 2018 11:40 Uhr

Durch glückliche Mitarbeitende zum erfolgreichen Unternehmen

Positive Organisation – Glückliche Mitarbeitende sind kreativer, produktiver und erzielen höhere Kundenzufriedenheit. Es lohnt sich für ein Unternehmen sich auf dem Weg zum positiven Unternehmen zu machen.

 

 

 

Von Jennifer Konkol, Mirjam Pfenninger, Christian Herbst

 

 

«Ja, aber das ist doch selbstverständlich, oder?» antwortete meine Gesprächspartnerin, als ich erklärte, dass die wissenschaftlichen Belege für den Zusammenhang zwischen glücklichen Mitarbeitenden und dem Unternehmenserfolg überwältigend sind. Und sie hat recht. Es ist eigentlich wenig überraschend, dass glückliche Mitarbeitende bessere Arbeit leisten, gesünder und loyaler und somit positiv für den Unternehmenserfolg sind. Studien zeigen auf:

 

  • Glückliche Mitarbeitende führen zu 31Prozent höherer Produktivität, 37 Prozent höheren Verkäufen und dreimal mehr Kreativität.

      • Kundenbindung und Kundenzufriedenheit hängen in hohem Masse mit dem subjektiven Wohlbefinden der Mitarbeitenden zusammen.



      • Die interne Service Qualität - sprich die internen Arbeitsbedingungen- hat einen Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Zufriedene Mitarbeitende sind produktiver und loyaler gegenüber dem Unternehmen und erbringen hohe Servicequalität für die Kunden. Die Kunden wiederum sind dadurch zufriedener und auch loyaler gegenüber dem Unternehmen, was schlussendlich zu höherem Profit und höheren Gewinnen fürs Unternehmen führt.



      • Das Engagement der Mitarbeitenden bei IBM kann zwei Drittel der Kundenerfahrungen erklären. Die Steigerung der Zufriedenheit eines Kunden um 5 Punkte erhöht den Umsatz im Schnitt um 20 Prozent.

      Entgegen der landläufigen Meinung funktioniert diese Kausalkette nicht in umgekehrter Reihenfolge. In vielen Studien konnte belegt werden, dass Erfolg allein nicht langfristig glücklich macht. Es ist für Unternehmen also anzustreben ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeitende ihr Potential entfalten und glücklich sein können – eine so genannte positive Organisation. 

       

      Die Lücke zwischen Wissen und Weg


       

      Aber wie kommt man dorthin? Und das in Zeiten, wo es so viele andere Herausforderungen gibt? Glückliche Mitarbeitende sind nicht nur aus ethisch-moralischen Überlegungen anzustreben. Viele andere Aspekte werden davon beeinflusst. Die wichtigsten Aspekte sind in Abbildung 2 aufgeführt. Diese sechs Anzeichen sind natürlich nicht nur durch das Glück der Mitarbeitenden beeinflusst, aber es ist ein relevanter Hebel.

       

       

      Und wie sieht der Weg zur positiven Organisation aus?

       

      «Change the music, change the dance» schreibt Robert Quinn vom Center for Positive Organizations. Er beschreibt damit, dass es wenig Sinn ergibt direkt beim Verhalten der Mitarbeitenden anzusetzen, sondern dass es darum geht die Kultur, Werte und Führung eines Unternehmens zu verändern. Im ersten Schritt liegt es also in der Verantwortung des Unternehmens und der Führungskräfte, die Basis für eine positive Organisation zu setzen. Im zweiten Schritt sind dann auch die Mitarbeitenden selbst in der Verantwortung, das geschaffene Umfeld zu nutzen und sich für ihr Glück einzusetzen.

       

       

      IN.flow hat dafür einen Service entwickelt, der sich Wert3 (Wert für Mitarbeitende, Wert für Kunden, Wert für das Unternehmen) nennt und im Kern folgende fünf Handlungsfelder im Fokus hat:

       

       

      • Erkunden der Ist-Situation und Entwicklung eines positiven Zukunftsbildes: 
Hier geht es darum Treiber, Herausforderungen, Stärken, Emotionen, Muster und Konflikte, die auf dem Weg zum Zukunftsbild wichtig sind, sichtbar zu machen und einen Umgang mit ihnen zu finden. Ziel dieses Prozesses ist es, Stärken zu stärken sowie Hürden und «Energiefresser» abzubauen. Ein starkes, positives Zukunftsbild und die Arbeit an gemeinsamen Werten kann eine ungeheure Zugkraft entwickeln, wenn es gemeinsam mit allen Beteiligten entwickelt wurde und authentisch ins Handeln integriert wird. 

       

       

      • Gemeinsames Anliegen entdecken und Verbundenheit herstellen: Das Thema Sinn, Purpose oder WHY sind im Moment in aller Munde. Entgegen heute oft gelebter Praxis ist dies kein Prozess, der auf Führungsebene diskutiert wird und sich dann in einer Hochglanzbroschüre niederschlägt. Das gemeinsame Anliegen kann nicht entwickelt werden, sondern muss entdeckt werden. Dies wird möglich, indem alle Mitarbeitenden und Führungskräfte zu ihren persönlichen Motivatoren und Treibern interviewt und Gemeinsamkeiten zwischen allen Nennungen identifiziert werden. Das Anliegen muss authentisch und resonanzfähig sein. Es ist Führungsaufgabe es in die kontinuierliche Kommunikation aufzunehmen und die Mitarbeitenden darin zu unterstützen ihre tagtägliche Arbeit mit dem geteilten Anliegen in Verbindung zu bringen, individuelle Stärken zu fördern und Handlungsfreiräume zu öffnen.  

       

       

      • Positive Energie freisetzen: Der Wandel zur positiven Organisation erfolgt vor allem über die Vielzahl an kleinen, positiven Handlungen. Wertschätzendes Feedback, aktives Zuhören, Dankbarkeit, Selbstfürsorge, Achtsamkeit oder Optimismus sind nur ein paar Beispiele. Werden diese positiven Aktivitäten von vielen Menschen in einem Unternehmen immer wieder ausgeführt, kann dies einen grossen Effekt haben. Ebenso wichtig ist die Identifikation und Vernetzung von „positive Energizers“ (offene, optimistische Mitarbeitende, die von Natur aus andere inspirieren) wichtig.

       

       

      • Co-Creation, Neues testen, Fehler machen und Lernen ermöglichen: Es werden Projekte ins Leben gerufen, welche Wert für die Mitarbeitenden oder Kunden kreieren. Die Entwicklung der Lösungen erfolgt dabei immer partizipativ unter Einbindung der Mitarbeitenden, Kunden und anderer relevanter Stakeholder. Es wird ein Umfeld geschaffen, in dem frühes Scheitern möglich ist und gemeinsam gelernt werden kann. Der Weg zum positiven Unternehmen erfordert auch individuelles Lernen auf allen Ebenen. Führungskräfte, Teams und Mitarbeitende werden durch geeignete Konzepte unterstützt neue mentale Landkarten zu entwickeln und werden durch positive Beispiele angeregt eigene Denk- und Verhaltensmuster zu überdenken.



      • Offenen und authentischen Austausch stärken: Es gilt alle Organisationsmitglieder in verschiedenen Foren miteinander immer wieder ins Gespräch zu bringen, Reibung auszuhalten und Beziehungen zu stärken. Es ist von Bedeutung Freude und Frustrationen Raum zu geben, Erfolge zu feiern sowie Handlungsfelder und Barrieren anzugehen. Kollegiale Beratung und Supervision, Dialogveranstaltungen sowie Austausch von Geschichten über Erfolge und Scheitern, sind zentraler Bestandteil dieses Handlungsfeldes.

       

      Fazit

       

      Der Weg zu glücklichen Mitarbeitenden ist kein „7-Schritte-Plan“ und nicht nach einem Jahr abgeschlossen. Der Prozess zu positiven, erfolgreichen Organisation muss individuell gestaltet und begleitet werden. Es ist ein Weg, der sich lohnt: für das Unternehmen, für die Kunden und für jeden Menschen, der das Glück hat zu erleben, wie erfüllend und lebensbereichernd es ist, in solch einem Umfeld als Mitarbeitender oder Führungskraft zu arbeiten. Organisationen sind nicht statisch. Sie entwickeln sich kontinuierlich entweder negativ oder positiv. Es stellt sich die Frage: In welche Richtung bewegt sich ihr Unternehmen im Moment?

      Die Autoren

       

      Jennifer Konkol ist Wirtschaftspsychologin und hat langjährige Erfahrung in der Begleitung und Erforschung von Veränderungsprozessen in Organisationen. Mirjam Pfenninger ist Service Designerin und erfahren in der co-kreativen Gestaltung von Dienstleistungen, die sowohl die Mitarbeitenden und Kunden glücklich machen. Christian A. Herbst ist DiplomCoach und langjährig erfahren in der Führungskräfteentwicklung, Coach-Ausbildung sowie im Learning & Development für Veränderungsprozesse in Unternehmen.

       

       

       

      Zusammen unterstützen sie mit ihrem Unternehmen IN.flow Facilitation ihre Kunden in und durch Veränderungs- und Innovationsprozesse. Es liegt ihnen am Herzen Organisationen hin zu mehr Menschlichkeit, Sinn, Glück und Flow zu begleiten. Von spielerischen und kundennahen Innovationsmethoden über Coaching, Workshops bis hin zu Grossgruppenveranstaltungen bedienen sie sich dafür einer Vielzahl von Methoden, Know-how, Erfahrung, Intuition und starken Werten.

       

       

       

       

      www.inflow.swiss

       


      hallo@inflow.swiss

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

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