Dienstag, 26. September 2017 9:21 Uhr
Um in der Digitalisierung nicht unterzugehen, hat sich die Stämpfli AG radikal gewandelt und den Sprung ins digitale Zeitalter längstens gewagt und geschafft. (Bild: zVg/Stämpfli)

Konstant bleibt die Veränderung

Stämpfli AG  Die Digitalisierung zog einen fundamentalen Wandel nach sich. Bestimmte Paradigmen, die über viele Jahre gültig waren, wurden plötzlich infrage gestellt. Davon betroffen ist auch die Stämpfli AG, die ihren Kunden Kommunikationslösungen entlang der ganzen Wertschöpfungskette bietet.

 

Text Isabel Furrer

 

Erst wer Hürden überwunden und vorausschauend gehandelt hat, kommt mit viel Engagement und Ausdauer auf Kurs. Dazu braucht es manchmal nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte. Das trifft auch auf die Stämpfli AG zu, die wie alle Druckereien mit dem Ende des Bleisatzes vor gewaltigen Herausforderungen stand. Bereits in den 1970er-Jahren wurden Computer für die datenbankgestützte, automatisierte Satzherstellung eingesetzt. Mit der strategischen Weichenstellung im Jahr 1995 hat sich das Unternehmen endgültig von Altbewährtem verabschiedet und ist den Weg ins Ungewisse gegangen. Klar war: Springt Stämpfli nicht auf den Schnellzug namens Digitalisierung auf, ist die Zukunft des Unternehmens gefährdet. Seither hat die 200-jährige Firma ihr Geschäftsmodell grundlegend verändert, auf neue Technologien gesetzt und ihr Kerngebiet ausgeweitet. Und dies mit Erfolg.

 


Altes loslassen, Neues ermöglichen

Dass dieser Schritt Mut erforderte, zeigt das Beispiel der Publikationssysteme. Mitte der 1990er-Jahre waren sie auf dem Markt nur eine Randerscheinung. Als eines der ersten Unternehmen hat Stämpfli diese Plattformen zur Marktreife gebracht und konsequent weiterentwickelt. Dank ihnen sparen die Kunden viel Zeit und Geld, weil auch grafisch ungeschulte Mitarbeitende CI-konforme Druck- und Onlinedokumente intuitiv erstellen und mehrere Personen gleichzeitig an einer Publikation arbeiten können. Gut für den Kunden, schlecht für Stämpfli, könnte man auf den ersten Blick meinen, denn das direkte Eingreifen des Kunden macht gewisse Dienstleistungen von Stämpfli überflüssig. Auf den zweiten Blick zahlt sich diese «Kannibalisierung» langfristig jedoch aus. Wo früher das Produkt im Vordergrund stand, ist es heute der Prozess. Je nach dem, was der Kunde benötigt, übernimmt Stämpfli auch die Arbeiten einer Kommunikationsagentur, eines Lektorats oder eines Webdesigners. Ob ein Kunde im Internet oder auf Papier publizieren will, ist heute ausschliesslich eine Frage nach dem Medium, mit dem die Kommunikationsziele am besten erreicht werden können.

 


Netzwerk ersetzt Hierarchie

Auf Führungsebene steht Stämpfli ein wei­terer strategischer Wendepunkt bevor, in­­dem sie sich vom traditionellen Vorgesetztenmodell verabschieden wird. Schrittweise wird eine sogenannte Netzwerkorganisation eingeführt, in der alle Mitarbeitenden mehr Entscheidungskompetenz haben und sich Teams und Bereiche weitgehend selbst organisieren. Dadurch will das Unternehmen einfacher, agiler und wirkungsvoller arbeiten und noch näher an die Kunden rücken.

 


Anker im stetigen Wandel

Eine unentbehrliche Komponente für den nachhaltigen Erfolg stellen die gemeinsamen Werte dar. Die Stämpfli Unternehmenskultur entstammt nicht einem Managementhandbuch, sondern ist der Familie ein Anliegen und wird seit Generationen gepflegt. Der Arbeitsort ist zugleich Lebensort, die Mitarbeitenden sollen hier Wertschätzung erfahren und Freude an ihrer Arbeit haben. So sind sie motiviert, können ihre Ideen einbringen und werden ernst genommen.

Die Tätigkeiten haben sich stark verändert, die Werte aber sind geblieben, ja, sie wurden sogar betont. Denn nur wer ähnliche Werte hat und die gemeinsamen Ziele versteht, kann auch zielorientiert und langfristig erfolgreich zusammen arbeiten. So ist aus der Druckerei von anno 1799 ein modernes Unternehmen geworden, das nicht von der Digitalisierung geschluckt wurde, sondern sie zu seinem Vorteil genutzt hat und gewappnet ist für die Zukunft.    

 


www.staempfli.com

 

 

VZH