Montag, 10. Dezember 2018 8:15 Uhr
Hoch hinaus dank guter Idee: Die Erfolgsgeschichte, welche ursprünglich mit einem Unfall begann, wird dank Innovationsförderung immer weiter geschrieben. (Foto: zVg)

Sicheres Steiggerät

Hoch hinaus

Die HighStep Systems AG aus Zürich hat mit der Entwicklung eines ­neuen Systems das Steigen revolutioniert. Mit diesem können hohe ­Bauwerke und ­Masten bestiegen ­werden.

Text Klara Sekanina

 

Als der damalige Inhaber einer Consultingfirma beim Kirschen pflücken von der Leiter fiel, war dies die Geburtsstunde der heutigen Firma HighStep Systems AG. Wilhelm Maurer kam zum Schluss, dass Leitersteigen weder sicher noch ergonomisch ist und die Methode des Steigens grundsätzlich zu überdenken sei, um hier eine nachhaltige Veränderung zu bewirken. Zusammen mit einer Gruppe von Ingenieuren wurde also getüftelt und getestet bis schliesslich die neue Steigmethode ausgereift war und ein erster Prototyp erfolgreich zum Einsatz kam. Das Prinzip basiert auf einer Lösung mit zwei Komponenten: Anstelle einer Leiter wird eine Schiene direkt ans Bauwerk montiert. Darauf wird dann je nach Bedarf das entsprechende Steiggerät befestigt, wie beispielsweise der weltweit erste tragbare Lift.


Vom Produkt zum Unternehmen

Nach rund vierjähriger Entwicklungszeit wurde 2007 die Firma HighStep Systems für die Kommerzialisierung der neuen Steigmethode gegründet. Ein Unter­nehmen am Markt zu etablieren, ist jedoch nicht einfach. Aus diesem Grund hat sich der heutige Inhaber Andreas Maurer für ein Start-up Coaching bei der Kommission für Technologie und ­Innovation des Bundes KTI beworben – und wurde aufgenommen. Das Coaching folgt einem klar strukturierten Programm und dauerte rund zwei Jahre. Andreas Maurer schätzte das Coaching sehr: «Vor allem bei der Ausarbeitung des Business Plans konnten wir von den persönlichen Erfarungen und dem Wissen des Coaches profitieren.» Besonders erfolgversprechende Start-ups erhalten nach Abschluss des Coachings das CTI Start-up Label – so auch HighStep Systems. Das Label ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erfolg. Es bestätigt Marktchancen und Risikokapitalfähigkeit eines Start-ups. Das Potenzial des noch jungen Unternehmens wurde auch von der SVC – AG für KMU Risikokapital erkannt. Diese investiert in innovative Unternehmen in verschiedenen Unternehmensphasen. Sie unterstützt HighStep Systems in Form eines Darlehens als stiller Partner.  


Forschungsförderung für KMU

Doch mit der Schiene und einem funktionierenden Prototypen war der Erfolg des Unternehmens noch nicht gesichert. Für die Wirtschaftlichkeit dessen war die Entwicklung eines noch besseren Steiggerätes von zentraler Bedeutung. In Zusammenarbeit mit der Eidge­nössischen Materialprüfungs- und ­Forschungsanstalt (Empa) wurde daher ein Forschungsprojekt aufgesetzt, welches wiederum von der KTI unterstützt wurde. Die KTI fördert Projekte, welche Unternehmen zusammen mit einer Hochschule durchführen. Im Rahmen des Projektes wurde ein weiteres leichtes, funktionales, sicheres und ergonomisches Steiggerät entwickelt, welches das Gesamtsystem noch wirtschaftlicher und attraktiver macht. Das Projekt wurde mit zwei unterschiedlichen Prototypen erfolgreich umgesetzt. Mit diesen Prototypen können zum Beispiel auch Windkraftanlagen bestiegen ­werden. Laut Andreas Maurer, Gründer und Geschäftsführer von HighStep Systems, haben Windkraftanlagen grosses Marktpotential. Heute hat HighStep Systems Aufträge auf der ganzen Welt und ist ­beispielsweise am Aufbau der Infrastruktur des 4G-Breitbandnetzes in Indien beteiligt.


Unterstützung bei Innovations­vorhaben

Für Unternehmer, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren müssen, ist es aus personellen und finanziellen Gründen oft nicht möglich, ein Innovationsvorhaben voranzutreiben. Manchmal wissen sie auch gar nicht, wo ansetzen. In solchen Fällen kann eine Kontaktaufnahme mit einem Innovationsmentor der KTI helfen. Die Innovationsmentoren begleiten die Unternehmer bei ihren wissenschaftsbasierten Innovationsvorhaben und zeigen die verschiedenen Fördermöglichkeiten auf. Sie agieren zudem als Schnittstelle zu den Hochschulen und können die richtigen Ansprechpartner vermitteln, damit eine innovative Idee nicht im Sand verläuft.

VZH