Donnerstag, 19. Juli 2018 21:08 Uhr
Alexander Künzi, CEO der Wealthyard Group SA, zu der auch Blesse gehört.

«Wir denken in Generationen»

Blesq – Der Markt im Luxusgüterbereich wird von den grossen Brands dominiert. Als Familienunternehmen konzentriert man sich deshalb idealerweise auf eine Nische. Wie das geht, zeigt Alexander Künzi mit Blesq.

 

 

Interview Roman Brauchli 

 

 

 

Herr Künzi, was bedeutet Ihnen Luxus persönlich?

Luxus bedeutet für mich, Zeit zu haben, um sich mit dem Schönen und Speziellen zu beschäftigen.


Sie sind CEO der Wealthyard Group, zu der verschiedene Luxusbrands gehören. Was vereint die Brands?

Unsere Vision, der holistische Denkansatz und die Synergien innerhalb der Gruppe. Wir denken in Generationen. Wir wollen sicherstellen, dass auch unsere Nachfahren von einer stabilen Organisation profitieren und diese weiterführen können.


Blesq gehört zu Wealthyard und zählt zu den schweizweit führenden Herstellern von High Jewelry. Wie haben Sie es als Familienunternehmen dorthin geschafft? 

Einerseits durch harte Arbeit und andererseits deshalb, weil Blesq-Produkte für die Ewigkeit stehen und den Zeitgeist des Trägers verkörpern. Das ist unser Leitmotiv, welches nur von wenigen Visionären geteilt wird. Produkte sind besonders langlebig, wenn sie innovativ und qualitativ hochwertig sind. Dies stellen wir durch fundiertes Expertenwissen im Bereich Schmuck und Uhren sowie Produktedesign sicher. Da der Markt von grossen Marken beherrscht wird, haben wir uns damals für eine sogenannte Nischenstrategie entschieden und uns auf einzelne Meisterstücke sowie die Zusammenarbeit mit ausgesuchten Designern konzentriert – dies hat sich gelohnt. Um diese kleine Nische zu bedienen, braucht es Leidenschaft, Know-how, Kreativität, aussergewöhnliche Diamanten, Kapital und insbesondere fundierte Handwerkskunst.


Blesq wurde 2005 gegründet. Wie hat sich das Geschäft seither verändert? Wie hat sich die Nachfrage entwickelt? 

Heutzutage ist der Markt viel volatiler geworden. Die Nachfrage ändert sich laufend, die Kunden wollen ihre individuellen Bedürfnisse schnell, persönlich und am liebsten online befriedigen. Als kleines Familienunternehmen können wir schnell auf solche Trend-Änderungen reagieren. Dazu bilden sich unsere Designer laufend weiter und ich als CEO nehme die Kundenbedürfnisse direkt wahr und überführe diese in unsere neuen Kollektionen. Das Marketing hat an Bedeutung gewonnen, weshalb eine fundierte Online-Marketing-Strategie heute unabdingbar ist. Dadurch sind unsere Produkte einem breiteren Kundensegment zugänglich.


Der Luxusgüter-Markt wird von den grossen Brands wie Rolex, Richemont und LVMH dominiert. Warum? Sind die kleinen Brands zu wenig bekannt?

Diese Konzerne sind insbesondere durch Zukauf von kleinen Marken entstanden und nicht durch die kreativ-unternehmerische Tätigkeit. Deshalb müssen die grossen Marken in regelmässigen Abständen weitere kleine Unternehmen aufkaufen, um die Quelle der Kreativität gewährleisten zu können. In der Luxusgüter-Branche braucht es zudem viel Kapital, was die grossen Marken eher zur Verfügung haben.

 

Wie setzt man sich als kleines Unternehmen trotzdem durch? Wie differenziert man sich? 

Durch eine kreativ-innovative und unternehmerische Denkweise sowie durch die Kundennähe. Viele Kunden schätzen die persönliche und familiäre Betreuung. Sicherlich zählt auch dazu, dass man nicht versucht, sich mit den Grossen zu messen, sondern sich einen eigenen Markt sucht.


Wer leistet sich heute noch einen teuren Verlobungsring?

Wir verarbeiten durchschnittlich 1000 ct pro Jahr. Unsere Diamanten sind alle HRD und/oder GIA zertifiziert, mehrheitlich Typ II A, also Investment Grade Qualität. Somit dienen sie oft auch als alternative Investments und Portfolio-Diversifizierung und werden als lose Diamanten gekauft. Mit dieser Strategie wir der Verlobungsring nicht nur zu einer persönlichen Angelegenheit, sondern dient als langjährige Wertanlage.


Wie unterscheiden sich Schweizer von ausländischen Kunden? 

Die Schweizer investieren erst seit einigen Jahren in Diamanten, was bei ausländischen Kunden seit langem der Fall ist.


Auch Luxusgüter werden zunehmend über Online-Kanäle verkauft. Wie sieht es diesbezüglich bei Blesq aus?

Die junge Generation kauft zunehmend online ein. Wir empfangen und betreuen unsere Kunden sehr gerne individuell: Wir reisen auch zu Ihnen, besprechen und entwerfen die Produkte persönlich. Trotzdem vernachlässigt unser Konzept und die holistische Denkweise sowie Unternehmenskultur nicht die Y-, Z- und R-Generation. Der Blesq-Webshop mit diversen Specials wird deshalb innerhalb der nächsten Wochen aktiv.


Alle Rohmaterialien stammen aus zertifiziertem Abbau und wurden fair gehandelt. Wie wichtig ist diese Zertifizierung?

Ich finde diese Zertifizierungen und regulatorischen Massnahmen sehr wichtig und unabdingbar. Die Wealthyard Group Companies & Brands ist RCJ (Responsible Jewelry Council) und KPC (Kimberly Process) Member. Dabei geht es um mehr als eine reine Zertifizierung. Es geht um Ethik, Respekt sowie die rücksichtsvolle Einstellung gegenüber anderen Menschen und Ländern. Seit der Kimberley-Prozess (KP) 2003 in Kraft getreten ist, dürfen Rohdiamanten nicht ohne Zertifikate aus- oder eingeführt werden. Die Schweiz ist ein Gründungsmitglied des Kimberley-Prozesses und das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO ist für die Ausgabe der entsprechenden Zertifikate zuständig. Ohne diese Zertifizierungen ist der Handel sowohl aus rechtlichen wie auch aus ethischen Aspekten aus meiner Sicht nicht mehr möglich.

Das Modell «Be Loved» mit Brillant.

Über Blesq

Blesq wurde 2005 als Brand der Akreum SA gegründet und zählt zu den schweizweit führenden Herstellern von High Jewellery. Das Familienunternehmen ist für seine Diamantexpertise und Qualitätsstandards bekannt. Es verwendet nur Materialien, die aus zertifiziertem Abbau stammen, fair gehandelt wurden und absolut makellos sind. Neben Diamanten hat sich Blesq auf Meisterwerke, Einzelstücke sowie auf aussergewöhnliche Kunstwerke des Goldschmiedehandwerks und der Uhrmacherkunst spezialisiert.

 

 

www.blesq.com

 

 

VZH