Montag, 10. Dezember 2018 7:21 Uhr
Generator des Wasserkraftwerks Birsfelden bei Basel. (Foto: zVg)

 

Im Wasser liegt die Kraft

Wasserkraftwerke Wenn die Energie des Wassers zu Strom wird, dann sichert das die Zuverlässigkeit der Schweizer Stromversorgung. Still, sauber und erneuerbar. Wasserkraftwerke sind wichtige Bausteine für die Energiezukunft. Der Kanton Basel-Stadt hat früh in die Kraft des Wassers investiert: Heute ist der Basler Energieversorger IWB an neun Schweizer Grosswasserkraftwerken beteiligt.

 

Fast geräuschlos kommt das Wasser mit einer Geschwindigkeit von 500 Kilometern pro Stunde in der Tiefe an. Dicke Stahlrohre leiten es sicher 1000 Meter abwärts, von den Walliser Gletschern in die Turbinen der Kraftwerke Nendaz und Bieudron. Hier setzt das Wasser seine gewaltige, während des Sturzes durch die Berge gesammelte Energie frei – als Strom, unter anderem für die Kunden von IWB in Basel und Umgebung. Seit 1955 ist der Basler Energieversorger Miteigentümer der Anlage Grande Dixence. Es ist eins von neun Schweizer Wasserkraftwerken, an denen IWB beteiligt ist.In der grossen Halle des Kraftwerks Nendaz sind derzeit Erneuerungsarbeiten im Gang: Nacheinander werden die sechs Maschinengruppen mit den mächtigen Turbinen auseinandergebaut und überprüft. An der Seite stehen riesige und frisch glänzende Schaufelräder, die bald durch Wasser angetrieben werden. Das zu Nendaz komplementäre Werk in der Höhe, Fionnay, wurde bereits zwischen 2007 und 2014 saniert. In Nendaz will man 2017 fertig sein. Mit der Erneuerung, die aus Altersgründen anstand, erhöht sich die Flexibilität der Kraftwerke. Möglich wird das durch eine Investition von rund 103 Millionen Franken. Alle drei Kraftwerke der Grande Dixence mit IWB­-Beteiligung erreichen zusammen eine Leistung von 1949 Megawatt, was jener von zwei Kernkraftwerken entspricht.


Flexibilität garantiert Versorgungs­sicherheit
Doch im Gegensatz zu Kernkraftwerken können die Wasserkraftwerke der Grande Dixence mehr als nur Strom produzieren. Sie können ihn auch speichern. In den riesigen Seen auf fast 2000 Metern über Meer staut sich das Wasser, wenn im Netz wenig Strom benötigt wird. Mittags oder am frühen Abend, wenn in der ganzen Schweiz der Stromverbrauch am grössten ist, schiesst das Wasser ins Tal und treibt die Turbinen an.
Diese Flexibilität macht Speicherkraftwerke geradezu unersetzlich, wenn der Ausbau der Wind- und Solarenergie wie geplant voranschreitet. Denn die Stromproduktion von Windrädern und Solarzellen schwankt wie die Witterung und ist schwer vorherzusagen – für eine zuverlässige Stromversorgung aber braucht es planbare Produktionen. Wasserkraftwerke gleichen also sowohl die schwankende Nachfrage als auch die Produktion gleichermassen aus und garantieren hierdurch die Schweizer Versorgungssicherheit.


Für die Zukunft
Das wird auch eine Aufgabe des Walliser Pumpspeicherkraftwerks Nant de Drance sein, an dem IWB ebenfalls beteiligt ist. Es entsteht derzeit in einer Felskaverne zwischen den beiden Speicherseen Emosson und Vieux­ Emosson. Hier kann  Energie gespeichert werden, indem die Turbinen in Zeiten eines Strom-Überangebotes rückwärts laufen und so das Wasser aus dem Tal in die zwei höhergelegenen Speicherseen pumpen.
Solche Investitionen in die Erneuerung oder den Neubau von Wasserkraftwerken sind unersetzlich, wenn die Zuverlässigkeit der Schweizer Stromversorgung auf dem heutigen, hohen ­Niveau bleiben soll. Langfristig, dessen sind sich Fachleute sicher, muss die Wasserkraft die ­Wirbelsäule der Schweizer Stromversorgung ­bleiben.

VZH