Donnerstag, 17. Januar 2019 19:54 Uhr
Der Hauptsitz der Rhenus-Gruppe liegt direkt am Rhein, der auch als Namensgeber des Logistikunternehmens herhält. Bilder: zVg

Energieeffizienz, 
log(ist)isch!

ENAW – Der Logistikdienstleister Rhenus Logistics AG ist Spezialist für effiziente Transportlösungen und umfangreiche Lagerlogistik für verschiedenste Kundengüter. Um auch das eigene Unternehmen so effizient und nachhaltig wie möglich zu betreiben, setzt die Firma seit 2014 auf die Zusammenarbeit mit der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW).

 

 

 

Von Annina Haller

 

 

Der Hauptsitz der Rhenus Logistics AG liegt in Basel direkt am Rhein. Dieser Fluss spiegelt sich auch im Namen wider, der lateinische Name des Rheins – Rhenus – hält als Namensgeber für den Logistikdienstleister her. Die Rhenus-Gruppe operiert seit 1912 und beschäftigt weltweit an über 580 Standorten etwa 30 00 Mitarbeitende. In der Schweiz arbeiten etwa 1450 Mitarbeitende der Rhenus-Gruppe und davon rund 370 im Geschäftsbereich der Rhenus Logistics AG. Das Unternehmen am Rhein erbringt Leistungen in Transport-, Lager- und Umschlagslogistik. In Basel bietet der Dienstleister auf einer Gesamtfläche von knapp 13 00 Quadratmetern ihren Kunden aus verschiedenen Branchen ein umfassendes Logistikangebot.

 

 

Grosse Erfolge in kurzer Zeit

 

Um ihren Kunden noch nachhaltiger zur Seite zu stehen, arbeitet die Logistikdienstleisterin auch stetig an der eigenen Energieeffizienz. Seit 2014 ist die Rhenus Logistics AG deshalb Teilnehmerin bei der EnAW im KMU-Modell. Nebst dem finanziellen Ansporn sei dabei ebenso wichtig, die Zukunft für spätere Generationen im Auge zu behalten, so Silvio Kellenberger, Betriebsleiter in Basel: «Nachhaltigkeit ist uns im Allgemeinen wichtig. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass auch die Generationen, die nach uns kommen, eine intakte Umwelt haben.» 

 

Die Massnahmen, die gemeinsam mit der EnAW ausgearbeitet wurden, zeigen bereits grosse Wirkung. Obwohl die Anzahl der Mitarbeitenden bei Rhenus am Standort Basel deutlich zugenommen hat, ist der Energieverbrauch sogar gesunken. «Wir verbrauchen dank der gesteigerten Energieeffizienz markant weniger Energie pro Mitarbeitenden und pro Wertschöpfungsfranken», sagt Hanspeter Weber, COO von Rhenus Logistics AG. Dass der Logistikdienstleister gewohnt ist, effizient zu arbeiten, zeigt sich auch an der sehr schnellen Umsetzung aller Massnahmen. «Die 20 Effizienzmassnahmen, die im Jahr 2014 innerhalb des Check-ups erarbeitet worden sind, wurden bis 2016 allesamt umgesetzt und ausgeführt», freut sich auch Marco Adamo, der zuständige EnAW-Berater.

 

 

Erleuchtende Idee

 

Die 20 Massnahmen wurden standortspezifisch ausformuliert. Während Rhenus an den Standorten in den Kantonen Aargau und Schaffhausen als kantonaler Grossverbraucher gilt, liegt der jährliche Verbrauch in Basel tiefer. Die gemeinsam mit der EnAW erarbeiteten Massnahmen sind aber auch bereits mit einem relativ geringen Energieverbrauch wirtschaftlich attraktiv und ökologisch sinnvoll. Eines der grössten Projekte innerhalb des Massnahmenkatalogs bestand im Ersetzen der alten Leuchtstoffröhren durch effiziente LED-Leuchten. Die neue, langlebige LED-Beleuchtung wird in allen Büro-, Aufenthalts- und Hallenräumlichkeiten eingesetzt. Aufgrund ihrer höheren Lebensdauer senkt die neue LED-Technologie die Unterhaltskosten und trägt zugleich zu einer jährlichen Energieeinsparung von 105 00 Kilowattstunden bei. Dies entspricht bei einem durchschnittlichen Preis von 10 Rappen pro Kilowattstunde einer finanziellen Einsparung von gut 10500 Franken pro Jahr. Die Investitionen für den Einsatz von LED haben eine durchschnittliche Payback-Zeit von viereinhalb Jahren.

 

 

Logistisch effizient

 

Für den Arbeitsalltag bei Rhenus ist eine umfangreiche Flotte von Flurförderfahrzeugen unentbehrlich. Darum ist umso wichtiger, dass diese effizient betrieben werden. Am Standort Basel wird zur Abwicklung des Umschlags eine Flotte von 24 elektrischen Staplerfahrzeugen eingesetzt. Diese Fahrzeuge werden mit Bleibatterien angetrieben, die an einer zentralen Ladestation in der Lagerhalle aufgeladen werden. Im Zuge des Check-ups nahm Rhenus auch diesen Ladevorgang unter die Lupe und fand heraus, dass hier eindeutig Sparpotenzial vorhanden ist. Bisher wurden die Batterien zu fixen Zeiten, jeweils alle gleichzeitig, an die Ladestation angeschlossen, ungeachtet davon, wie voll oder leer die einzelnen Batterien jeweils waren. Mit neuen Ladegeräten sowie einem optimierten Ladevorgang werden die Staplerfahrzeuge nun individuell aufgeladen. Der Ladeprozess der neuen, effizienteren Geräte passt sich auf das jeweilige Alter, die Temperatur und den Ladezustand jeder einzelnen Batterie an, um die Lebensdauer von allen Antriebsbatterien zu erhöhen und den Stromverbrauch insgesamt zu reduzieren. Die fixen Ladezeiten gehören der Vergangenheit an und Rhenus spart dank der neuen Lösung jährlich knapp 48 00 Kilowattstunden Energie ein. Zudem amortisieren sich die Investitionskosten von rund 15 00 Franken bereits nach eineinhalb Jahren.

 

 

Ideales Betriebsklima

 

Eine Massnahme, die eine erhebliche Einsparung von Energie mit sich brachte, betrifft auch den Heizbedarf. So sorgen beispielsweise nachträglich angebrachte Abdichtungen bei den Toren der Warenannahme für eine Verringerung des Luftspalts zwischen Tor und Rampe und somit zu einem geringeren Heizbedarf im Innern des Gebäudes. Rhenus spart dadurch gut 14 00 Kilowattstunden Energie pro Jahr ein. Ausserdem können dank einer weiteren Massnahme, die gemeinsam mit der EnAW erarbeitet wurde, die Heizkörper in einzelnen Räumen nun genauer und schneller auf die jeweils benötigte Temperatur reguliert werden. So wird beispielsweise die Temperatur in Aufenthaltsräumen nach zehn Uhr morgens von 18 auf 21 Grad Celsius erhöht und nach dreizehn Uhr wieder auf 18 Grad reduziert. Diese individuelle Regulierung der Raumtemperaturen ist mit keinerlei Komforteinbussen verknüpft und bringt Rhenus jährliche Einsparungen von 16 00 Kilowattstunden Energie und drei Tonnen CO2. Rhenus Logistics AG zeigt mit diesen Beispielen auf, dass auch mit vielen einfachen Massnahmen in kurzer Zeit grosse Energieeinsparungen erzielt werden können.

 

 

 

 

SPAREN AUCH SIE

 

Rhenus Logistics spart dank der Zusammenarbeit mit der EnAW Energie und Kosten ein. Jedes Unternehmen kann seinen Energieverbrauch und CO2-Ausstoss mit wirtschaftlichen Effizienzmassnahmen senken. Kontaktieren Sie die EnAW, damit auch Sie das wirtschaftliche Effizienzpotenzial in Ihrem Betrieb voll ausschöpfen können.

 

 

+41 44 421 34 45

 

info@enaw.ch

 

 

Hanspeter Weber, COO Rhenus Logistics AG.
Silvio Kellenberger, Betriebsleiter Rehnus Logistics AG.

Vier Fragen an Rehnus Logistics AG

 

Herr Weber, als Logistiker werden Sie mit verschiedenen Kundenanforderungen konfrontiert. Wie beeinflusst dies Ihre Energiebilanz?

 

HW Nicht nur für die Pharma- und Lebensmittelbranche müssen Logistikunternehmen kontrollierte Temperaturbereiche beim Transport und für die Lagerung gewährleisten. Dadurch müssen wir speziell in unseren Lagerhallen dafür sorgen, dass dort eine optimale Temperatur herrscht, was durch Installation von abgestimmten Heiz-, Kühl- und Lüftungssystemen einen erhöhten Energieverbrauch mit sich bringt.

 


Können Sie ein Beispiel nennen?

 

HW Müssen beispielsweise Medizinalprodukte oder Lebensmittel gekühlt gelagert werden, brauchen wir dafür geeignete Lagerräume oder Kühlzellen. Für die energieeffiziente Aufrechterhaltung der Temperaturen in diesen getrennten Zellen müssen wir darauf achten, dass unsere Mitarbeitenden die Tore und Türen so wenig wie möglich öffnen, da sonst regelmässig viel warme Luft eindringt und danach wieder stärker gekühlt werden muss.

 

 

Das richtige Verhalten in den Prozessen ist also zwingend, Herr Kellenberger?

 

SK Genau. Wir müssen uns stets vor Augen halten, dass unser Handeln im täglichen Arbeitsumfeld Auswirkungen auf den Energieverbrauch hat. Wenn der eine drei Stunden lang das Fenster offen lässt und der nächste die Heizung wieder auf 40 Grad aufdrehen muss, ist das wenig effizient.

 


Wie sensibilisiert sind Ihre Mitarbeitenden im Arbeitsalltag für das Thema Energieeffizienz?

 

SK Obwohl wir schon einiges erreicht haben, lässt sich hier sicherlich noch ansetzen. Wenn unsere Mitarbeitenden beispielsweise am Abend noch konsequenter alle elektrischen Geräte wie PC, Drucker und Bildschirme komplett ausschalten, könnten wir sicherlich nochmals Energie einsparen. Da wir schon viele Massnahmen erfolgreich umgesetzt haben, analysieren wir nun gezielt auch solches Verhalten im Arbeitsalltag, wo wir noch zusätzliches Einsparpotenzial haben.

VZH