Donnerstag, 21. September 2017 16:10 Uhr
Bild: Volg

Projekt AgroSolar gestartet

Das Projekt AgroSolar – lanciert von den fenaco-Geschäfts-einheiten AGROLA, fenaco neue Energien und Solvatec – soll den Produzenten einen nächsten Schritt «vom Landwirt zum Energiewirt» ermöglichen.

 

Durch den kombinierten Einsatz einer Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher steigern die Bauern ihre Selbstversorgung im Energiebereich. Die fenaco Genossenschaft wiederum kann künftig für ihre Produktionsstandorte und Infrastrukturen Solarstrom vom Bauernhof einsetzen.


Der Energieanbieter AGROLA und der Solaranlagenbauer Solvatec haben gemeinsam mit fenaco neue Energien das Projekt AgroSolar lanciert, welches Landwirte dabei unterstützt, eigenen Strom zu produzieren. Über ihren gewohnten Ansprechpartner bei den LANDI, welche über Solarkompetenzen verfügen, bekommen sie alle Informationen zur Solarenergie und können eine auf ihren Hof zugeschnittene Photovoltaikanlage inklusive Speicherlösung planen und beziehen.

 

Der Landwirt erhöht seine Selbstversorgung im Energiebereich, indem er den selbst produzierten Solarstrom nutzt. Einen zusätzlichen Ertrag erzielt er dadurch, dass er den nicht benötigten Strom an den Verteilnetzbetreiber sowie an die fenaco Genossenschaft veräussert. «Wir sind überzeugt, dass das Projekt AgroSolar einen wichtigen Schritt für die innovative Landwirtschaft darstellt. Unabhängigkeit ist für viele Produzenten ein wichtiger Faktor in ihrer täglichen Arbeit, sind sie doch seit jeher als selbständige Unternehmer auf sich gestellt», sagt Daniel Bischof, Leiter des Departements Energie bei der fenaco.


fenaco beteiligt sich an den Investitionskosten
Für die fenaco wiederum steht bei diesem Projekt der Mitgliedernutzen im Vordergrund. Die fenaco stellt für das Projekt AgroSolar einen Gesamtbeitrag von bis zu 500'000 Franken pro Jahr über einen Zeitraum von voraussichtlich 10 Jahren zur Verfügung. Dieser Beitrag wird zur Beschaffung der Batteriespeicher eingesetzt: Die fenaco beteiligt sich zur Hälfte an den Kosten pro Batterie und Produzent. Im Gegenzug erhält die fenaco jeweils für zehn Jahre den Herkunftsnachweis (HKN) der einzelnen Produzenten für den Ausgleich der fenaco-eigenen Produktionsbetriebe und Infrastrukturen. «Dank dieser zusätzlichen Form der Zusammenarbeit mit den Produzentinnen und Produzenten werden die Geschäfts- und Dienstleistungseinheiten der fenaco künftig auch Strom vom Bauernhof beziehen können», sagt Hans Peter Eberhard, Leiter Strommarkt bei fenaco neue Energien.

Strommix wird nachhaltiger
Heute stammen bereits über 50 Prozent des verbrauchten Stroms innerhalb der fenaco-LANDI Gruppe aus erneuerbaren Energien. «Die Solarenergie wird in Zukunft einen wichtigen Anteil in unserem Strommix einnehmen», ist Eberhard überzeugt. Als eine der ersten Geschäftseinheiten setzt der Detailhändler Volg auf Solarenergie – nicht nur über den HKNBezug, sondern auch mit eigenen Solaranlagen auf den Verteilzentren in Winterthur und Oberbipp. Die Anlage in Winterthur wurde 2012 in Betrieb genommen und deckt ca. einen Fünftel des eigenen Strombedarfs ab, diejenige in Oberbipp 2016 und deckt ca. einen Drittel
ab.


Erste Verträge unterzeichnet 

Die ersten Verträge mit landwirtschaftlichen Pilotbetrieben wurden Ende Juli unterzeichnet. Aktuell planen diese Produzenten gemeinsam mit ihrer LANDI die für ihre individuellen Anforderungen optimale Photovoltaikanlage mit Speichermodul. Die Installation der ersten AgroSolar-Anlagen ist für diesen Herbst geplant. Erste Ergebnisse und Auswertungen bezüglich Rentabilität und Autarkie werden auf den Frühling 2018 hin erwartet.

VZH