Montag, 22. Oktober 2018 23:06 Uhr
Das Delivery Lab im Park Innovaare. Bild: zVg/Daniel Erne

Start-ups sagen Krebs den Kampf an

Park Innovaare – Krebs ist nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen. Im Innovationszentrum Park Innovaare arbeiten Start-ups an neuartigen Behandlungsmethoden.

 

 

Im Park Innovaare, dem grössten ingenieur- und naturwissenschaftlichen Forschungsinstitut der Schweiz, nimmt die Forschung an modernen Diagnosemöglichkeiten und neuen wirksameren Therapien gegen Krebs einen hohen Stellenwert ein. Im Innovationspark haben sich eine Reihe von vielversprechenden Unternehmen angesiedelt, die zu Pionieren neuer Behandlungsformen für heute teilweise noch schwer zu behandelnde Krebsarten werden könnten. 


Mit der Protonentherapie, die am Paul Scherrer Institut PSI entwickelt wurde, ist eine Methode für die Behandlung okularer Melanome entwickelt worden, die weltweit führend ist. In Villigen (AG) wurden bis heute Tausende Menschen mit Protonen behandelt und mit einer Erfolgsrate von 98 Prozent vom Krebs geheilt. 

 

Vier Start-ups mit neuen Ansätzen

Derzeit wird im Innovationspark an weiteren Konzepten gearbeitet. Vier Start-ups sind auf ganz unterschiedlichen Feldern der Tumorforschung tätig: Nicht nur in den Gebieten der diagnostischen Bildgebung, der Wirkstoffforschung sowie der Komponentenforschung für die Protonentherapie wollen sie neue Massstäbe für wirksame Diagnose- und Therapieansätze setzen. 




GratXray arbeitet an neuen bildgebenden Verfahren, mit denen die heute noch bestehenden Defizite der Brustkrebsdiagnose behoben werden können. Mit der auf jahrelangen Forschungsarbeiten des PSI basierenden Technologie kann ein neuer Goldstandard geschaffen werden, zeigt sich CEO Dr. Martin Stauber zuversichtlich. Für ihr Verfahren gewann das Unternehmen im November 2017 den Swiss Technology Award, den bedeutendsten Innovationspreis der Schweiz. 



 

leadXpro forscht an der Entdeckung neuer medizinischer Wirkstoffe für die Krebstherapie. Dabei setzen sie den Schwerpunkt auf Substanzen, die auch Gewebe erreichen, die biopharmazeutische Moleküle nicht oder nur sehr schlecht erreichen können. Für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs oder von Gehirntumoren werden so neue Therapieansätze möglich, wie CEO Prof. Dr. Michael Hennig, erklärt.

 



Advanced Accelerator Technology liefert Strahldiagnosekomponenten für Protonentherapieanlagen. Mit ihnen wird die Präzision des Protonenstrahls überwacht, der zur Bestrahlung von Tumoren eingesetzt wird. Das Unternehmen hilft, diese Anlagen auszurüsten und trägt dazu bei, diese wirksame Therapieform weiter zu verbreiten, sagt CEO Dr. Udo Klein.

 



PharmaTRAYCE wird die Schweizer Hospitäler mit neuen Tracern ausstatten. So nennt man die Kombination aus einem Radionuklid und einem Trägermolekül. Die Firma wird später auch mit Scandium-44 arbeiten, dessen spezifische Einsatzformen für die Diagnose von Krebs am PSI entwickelt worden sind. Diese Tracer sind so programmiert, dass sie innerhalb des menschlichen Körpers ganz bestimmte Bereiche ansteuern. Damit können sie dem Onkologen sehr präzise Auskunft über Ort und Natur des Tumors geben, der darauf seinen Behandlungsplan gründet. Dr. Sebastian Schegk von PharmaTRAYCE sieht darin einen grossen Schritt in Richtung personalisierte Medizin und zur erfolgreichen Behandlung metastasierter Tumore.

Über PARK INNOVAARE 

Der Park Innovaare ist der Innovationsstandort beim Paul Scherrer Institut PSI. Hier stehen Innovationen in den Themen Beschleunigertechnologie, Advanced Materials & Processes, Mensch & Gesundheit und Energie im Mittelpunkt. Fokussiert darauf, an unserem Standort die besten Services für industrielle Forschungsgruppen und Spinn-offs zu erbringen, verbinden wir gestaltungswillige Innovateure aus Grossunternehmen, KMU und Forschungsinstitutionen des In- und Auslands. Unser Ziel: Die richtigen Leute miteinander zu verknüpfen, damit Innovationen schneller zur Marktreife gebracht werden können.

 

www.parkinnovaare.ch

 

 

VZH