Montag, 18. Dezember 2017 8:10 Uhr
Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Nicolas Zahn, Reto Brennwald, Hans-Ulrich Meister, Thomas Matter (von links) Bild: Claudia Minder, claudia-fotografiert.ch

Die Schweiz ist ein Erfolgsmodell

Dietikon  In der ausverkauften Stadthalle Dietikon hat am Mittwoch das 18. Wirtschaftspodium Limmattal (Wipo) stattgefunden. Die Podiumsgäste waren sich einig darüber, dass die Schweizer Wirtschaft sehr gut funktioniert. Gespalten waren die Meinungen zur Frage, wie der Erfolg in Zukunft garantiert werden kann.

 

Rund 750 Personen strömten am Mittwochnachmittag in die Stadthalle Dietikon zum traditionellen Wirtschaftspodium Limmattal, um sich auszutauschen und Meinungen und Einschätzungen zum Thema «Switzerland First – Das Ende der Globalisierung?» zu erfahren. Soll oder muss sich die Schweiz wie die USA protektionistisch ausrichten und sich abschotten? Ist sie Gewinnerin oder Verliererin der Globalisierung? Diese Fragen standen im Fokus. Die Schweizer Wirtschaft laufe momentan sehr gut, so der Tenor unter den Podiumsgästen.

Mit den international besten Köpfen an die Spitze

In seinem Keynote-Referat hielt Professor Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich, eine flammende Rede über den Wissenschafts- und Forschungsstandort Schweiz. Schweizer Universitäten gehören weltweit zu den Führenden: «Ein essenzieller Faktor ist, dass die ‚besten Köpfe‘ an den Universitäten arbeiten», so Hengartner. «Internationalität ist deshalb elementar für den Erfolg. Eine Abschottung der Schweiz würde das Forschungspotenzial, die Innovation und den Wettbewerb verringern.»

 

Kontroverse Diskussion um Personenfreizügigkeit

Nach dem Referat begrüsste Moderator Reto Brennwald seine Podiumsgäste: Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Staatssekretärin und Direktorin des SECO, Nicolas Zahn, Co-Präsident der Operation Libero, Hans-Ulrich Meister, Präsident und Mitglied des Verwaltungsrats der Implenia AG, und SVP-Nationalrat und Unternehmer Thomas Matter. Die Exponenten waren sich in einem Punkt einig: Die Schweiz gehört grundsätzlich zu den Gewinnern der Globalisierung, aber es gibt auch Verlierer. Damit es in der Schweiz nicht zu extremen Reaktionen wie bei der US-Präsidentschaftswahl oder dem Brexit Grossbritanniens kommt, schlug Hans-Ulrich Meister vor: «Wir müssen offen und ehrlich über die Verlierer in unserer Gesellschaft sprechen und Lösungen suchen. Ich sehe diese in der Bildung.»

Kontrovers wurde erwartungsgemäss über die Personenfreizügigkeit diskutiert. Während SVP-Nationalrat Thomas Matter überzeugt davon ist, dass «das Erfolgsmodell Schweiz» nur mit der Abschaffung der Personenfreizügigkeit weiterhin ein solches bleibe, forderte Nicolas Zahn gar deren Ausweitung auf Drittstaaten. Die Staatssekretärin ist der Meinung, dass die Schweiz «grosse Profiteurin von der Immigration» ist und führte aus, dass die Zuwanderung in den letzten Jahren in gleichem Masse wie die Wirtschaft zu- oder abgenommen habe. Auch Hans-Ulrich Meister sieht keinen Grund, die Personenfreizügigkeit mit der EU abzuschaffen, vielmehr befürchtet er: «Sollte die Wirtschaft der EU richtig ins Laufen kommen, wird die Schweiz Probleme haben, genügend gute Arbeitskräfte zu rekrutieren.»

 

Wechsel im OK

Wie sich die Globalisierung auf die Sprache auswirkt, zeigte der Stand-up-Comedian Charles Nguela auf humoristische Art und Weise. Besonders der Kaffee «Togo» respektive «To-Go» brachte das Publikum zum Schmunzeln. Am Schluss der Veranstaltung verdankte und verabschiedete Nils Planzer, OK-Vizepräsident, gebührend Edi Cincera, der das Wirtschaftspodium Limmattal während 17 Jahren organisiert und massgeblich zu dessen Erfolg beigetragen hat. Die organisatorische Stabsübergabe erfolgte bereits im Januar 2017 an Brigitte Becker und Carole Schoch von der Agentur buchstäblich AG. Fredi Pahr, Präsident des Patronatsvereins IDH Spreitenbach, übernimmt neu das Präsidium von Dr. Fritz Krieg.

 

Nächstes Jahr in Spreitenbach

Am Wirtschaftspodium Limmattal nehmen jährlich rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Gewerbe teil. Dieser wurde im Jahr 1999 von folgenden drei Patronatsvereinen lanciert: Industrie- und Handelsverein Dietikon (IHV), Wirtschaftskammer Schlieren (WKS) sowie Vereinigung für Industrie, Dienstleistungen und Handel Spreitenbach (IDH). Das nächste Wirtschaftspodium Limmattal findet am Mittwoch, 7. November 2018, in der Umwelt Arena Spreitenbach statt.

VZH