Donnerstag, 21. Juni 2018 21:59 Uhr
Sunnie Groeneveld, Geschäftsführerin von DZ2025, startete diesen Januar ihre Standortinitiative. Ziel ist die Bildung eines durchlässigen Ökosystems; ausländische Startups sollen angezogen und zum Bleiben bewegt werden. (Foto: zVg)

Im gleichen digitalen Boot

Startup-Ökosystem  Im vergangenen Jahr wurde die Initiative DigitalZurich2025 lanciert, die den Grossraum Zürich innert zehn Jahren zu einem führenden digitalen Innovationshub Europas machen will. Der Fokus liegt darauf, Startups anzuziehen und zum Bleiben zu bewegen. 

 

Text Yvonne von Hunnius


 «Ein Riesenerfolg», sagt Sunnie Groeneveld, die Geschäftsführerin der Initiative Di­­gital­Zurich 2025 – oder kurz: DZ 2025. Sie kommt gerade aus Hannover, wo die Schweiz als Partnerland der Cebit-Messe laut Groeneveld geglänzt hat. Zusammengearbeitet hat sie in ­Hannover eng mit dem Verband ICTswitzerland – auch ihm ist daran gelegen, dass die ­Digitalbranche international punktet. «Ich sehe DZ2025 als Standortinitiative», sagt Groeneveld. Ziel ist ein ­Startup-Ökosystem mit  grösst­möglicher Durchlässigkeit. Nicht zuletzt seit der An­nahme der Masseneinwanderungs­initiative zur Beschränkung der ­Zuwan­derung von 2014 findet diese Willkommens­kultur für ­Leistungsträger grosse Unter­stützung: Das Verlagshaus Ringier war treibende Kraft, mit dabei sind auch Stadt und Kanton Zürich, die Eidgenössische Technische Hochschule, Google Schweiz, Post, UBS und viele weitere.

 

Konkurrenten spannen zusammen
Die jährlich stattfindenden Veranstaltungen eines Investorengipfels und eines Worldwebforums sind für 2016 schon gelaufen – jetzt liegt die volle Konzentration auf dem Kickstart Accelerator. Das gross angelegte Projekt soll jährlich bis zu 50 Startups nach Zürich bringen, wo Experten ihnen Starthilfe geben. Im Sommer startet die erste ­dreimonatige Runde. Um den Aufwand zu stemmen, wird das Organisationsteam erweitert – vorne dabei ist nun auch der Gründer des Impact Hub Zürich, Christoph Birkholz. Pro Team gibt es maximal 25000 Franken und pro Gründer 1500 Franken pro Monat. Insgesamt sind bereits über 300 Bewerbungen eingegangen. Die klugen Köpfe dürfen gerne aus dem Ausland kommen – sollen bleiben und gründen. Groeneveld: «Im Land gibt es viele national ausgerichtete Startup-Förderprogramme. Wir wollen den Ideenzufluss aus dem Ausland stärken.» Dafür ist es gelungen, Konkurrenten ins gemeinsame Boot zu holen: An der CeBIT haben UBS, Credit Suisse, Swisscom, Swiss Life und Ernst & Young bekanntgegeben, dass sie unter dem Kickstart-Dach Gründer im Fintech-Bereich unterstützen. Klar ist beim gesamten Programm, dass zwischen den Startups und den unterstützenden Unternehmen Synergien entstehen sollen. Noch ist eine rege Debatte darüber im Gange, wie das praktisch zu bewerkstelligen ist.

 

Medien im Hintergrund
Weil der branchenübergreifende Charakter der Initiative zentral ist, sollen Startups nicht nur aus dem Bereich Fintech, sondern auch solche in Bezug auf Smart and Connected Machines, Nahrung sowie ganz generell Zukunftstechnologien angezogen werden. Darunter fallen auch Ideen, die sich mit digitalen Medien beschäftigen. 
War die Initiative mit Ringier-Chef Marc Walder als strategischem Kopf zu Beginn nicht stark im Medienumfeld verortet und das Programm «Media NYC 2020» ein Vorbild? Von Groeneveld heisst es dazu: «Wir haben uns bei Kickstart auf jene Bereiche ­konzentriert, in denen die Schweiz inter­national schon stark wettbewerbsfähig ist – letztlich wollen wir aber Vielfalt und ­er­mutigen auch zukunftsorientierte Medien-Start­ups.»

 

 

VZH