Donnerstag, 17. Januar 2019 21:02 Uhr
Viele Anlagen sind im Dauerbetrieb. Das kostet. Bild: EnAW

Auch für KMU ­gewinnbringend

Energieeffizienz – Auch wenn in KMU häufig das Know-how für Einsparmassnahmen fehlt, sollten sie nicht vernachlässigt werden. Bereits mit kleinem Aufwand lassen sich grosse finanzielle Einsparungen erzielen.

 

 

Von Rochus Burtscher



Durch das Abschalten einer nicht benötigten Heizung können Sie bereits Tausende Franken einsparen. Ein denkbar einfaches Mittel, um Ihren Betriebsgewinn zu erhöhen. Zugleich gehen Einsparmassnahmen häufig mit der Erhöhung der Sicherheit und einer Steigerung des Komforts für die Mitarbeitenden einher. Einsparungen zu finden, ist dabei nicht immer so einfach.


Energiesparen lohnt sich finanziell
Nicht jeder kann ein Energieexperte sein. Jeder Unternehmer trägt aber die Verantwortung dafür, sich zu organisieren und so kein Geld zu ver- und die Umwelt aufzuheizen. Es empfiehlt sich daher, ab und zu mit einem Blick auf die Energierechnung durch den Betrieb zu gehen. Auch ist es ratsam, die Hilfe eines Energiespezialisten beizuziehen. Dass sich dieser Ansatz bewährt, kommt nicht von ungefähr: Der Ertrag aus umgesetzten Energieeffizienzmassnahmen ist um ein Vielfaches höher als die Kosten für ein Coaching.


Gesetze kennen lohnt sich ebenfalls
Nebst der Umsetzung von wirtschaftlichen Massnahmen lassen sich auch durch die genaue Kenntnis der kantonalen und föderalen Regelungen im Bereich der Energie­gesetzgebung finanzielle und zeitliche Entlastungen erzielen. Wird beispielsweise eine Zielvereinbarung mit dem Bund erarbeitet, kann das KMU unter Umständen nicht nur Energiekosten sparen, sondern erhält auch jedes Jahr die bezahlte CO2-Abgabe in der Höhe von aktuell 84 Franken pro Tonne zurück.

So sparen Sie Energie

 

Behalten Sie den Überblick: Viele Systeme sind auf Spitzen­zeiten ausgerichtet. Sie sind deshalb häufig überdimensioniert, nicht optimal eingestellt und befinden sich im Dauerbetrieb. Optimieren bedeutet, zuerst die bestehenden Anlagen bedarfsgerecht zu bewirtschaften und anschliessend den Ersatz von alten Anlagen im Rahmen eines Gesamtkonzepts zu planen.


Gönnen Sie Ihren Geräten Ruhe: Achten Sie beim Kauf von Geräten auf deren Leistungsaufnahme in den verschiedenen Betriebs­zuständen und schalten Sie sie nachts ab. Der Aufpreis für ein Gerät mit einer guten Energieeffizienzklasse lässt sich nach kürzester Zeit durch tiefere Energierechnungen wieder reinholen.


Erhöhen Sie die Temperatur im Serverraum: Eine Kühlung Ihres Serverraums auf 26 Grad Celsius reicht vollends und verringert die Kühlleistung der Kältemaschine. Eine klare Trennung von Kalt- und Warmgang mittels Einhausung oder zumindest eine klare Luftführung verhindert Wärmestaus im Serverraum und entlastet die Kälte­maschine.


Stellen Sie auf LED um: Mit neuester LED-Technik können Sie im Vergleich zu herkömmlichen Halogenlösungen Ihre Beleuchtungskosten um 80 Prozent senken, ohne dabei die Ambiance Ihres Betriebs zu beeinträchtigen.


Sorgen Sie für eine hohe Auslastung: Bei einer Waschmaschine mit einer Belegung von nur 50 Prozent sinkt der Wirkungsgrad beispielsweise auf rund 70 Prozent. Bei einer Belegung von 25 Prozent verdoppelt sich der Energie­verbrauch fast. Es lohnt sich daher, Ihre Geräte voll auszulasten.


Nutzen Sie die Abwärme: Die ohnehin anfallende Abwärme im Betrieb kann mit einem Wärmetauscher gespeichert werden. Sie kann beispielsweise als Heizwärme für einen Verkaufsraum oder zur Warmwasserversorgung gebraucht werden.



Machen Sie bei der EnAW mit: Zusammen mit einem EnAW-Berater untersuchen Sie Ihren Betrieb auf Herz und Nieren. Alle von der EnAW vorgeschlagenen Effizienzmassnahmen unterstehen dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit.

 

Der Autor

Seit gut 15 Jahre ist Rochus Burtscher für die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) aktiv, seit 2011 als Mitglied der Geschäftsleitung. Die EnAW hilft Unternehmen dabei, Energieverbräuche und Kosten zu senken und unterstützt sie bei der Erfüllung sämtlicher gesetzlicher Anforderungen von Bund und Kantonen.


www.enaw.ch

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