Donnerstag, 17. Januar 2019 19:57 Uhr
CEO Tony ­Hammer und Küchenchef Urs Blättler: Die hausgemachten Gerichte und Desserts können sich schon seit Jahrzehnten erfolgreich behaupten. (Bild: zVg)

Für Schwertschlucker

 

Gutbürgerliche Küche  Tony Hammer ist seit 15 Jahren in zweiter Generation Gast­geber im «Zeughauskeller» am Paradeplatz, im Herzen Zürichs. Das historische Gebäude hat sich vom Waffenarsenal zum Feinschmeckertreff gemausert. Die Kundschaft ist international, die Speisekarte liegt in nicht weniger als zehn Sprachen auf.

 

Text Peter Blattner

 

Tony Hammer freut sich über den historischen Wert des im Jahre 1487 erbauten Hauses. Er pflegt die Ambiance des ehemaligen Zeughauses durch die Zurschaustellung alten Kriegsgeräts, Speeren und Äxten und zwei kleinen Kanonen, die bei spezieller Gelegenheit sogar abgefeuert werden können. Seit 1926 dienen die hier einst gelagerten Waffen nur noch der Dekoration und Fremde aus der ganzen Welt schätzen nebst den gastronomischen Genüssen die spezielle Atmosphäre des Zeughauskellers. 80 Mitarbeitende, davon 25 Köche, sorgen für das leibliche Wohl.Die Speisekarte liegt in nicht weniger als zehn Sprachen auf. Oft stellen sich ausländische TV-Teams ein, um das historische Haus zu filmen. Diese «Spots» führen denn auch dazu, dass die Gästeschaft nebst ansässigen Geschäftsleuten und Familien auch internationale Gäste angelockt werden. Man sitzt unkompliziert an langen Tischen und kommt
ins Ge­spräch.

Ein Blick in die Speisekarte

Der «Zeughauskeller» führt keine exotischen Gerichte, sondern pflegt eine gutbürgerliche Küche mit Schweizer Spezialitäten. Für das Zürcher Kalbsgeschnetzeltes mit Rösti kommen die Gäs­te von weit her. Aber auch die Schweins­haxe aus dem Ofen mit frischem Kartoffelsalat mundet köstlich. «Kanonenputzer» nennt sich die Schweinsbratwurst am Meter. Sie wiegt ein Kilogramm und reicht für vier Personen. Gross ist das Wurstangebot, vor allem Schüblige und Saucissons, aber auch Siedfleisch, Schweinebraten oder ganz speziell das «Bürgermeisterschwert», ein Fleischspiess aus 400 Gramm Babybeef-Paillards mit zwei verschiedenen Saucen – eine Augenweide und ein Gaumenschmaus. Generell wird möglichst alles selbst hergestellt, die Kartoffeln gekocht, geschält, zerkleinert. Auch bei den Desserts gilt wie generell bei Küchenchef Urs Blättler: No convenience. So entstehen auch die leckeren Griessköpfli mit Schlagrahm und Erdbeermark und der Apfelkuchen «homemade». Es sind Gerichte, die sich seit Jahrzehnten erfolgreich behaupten.

 

Grosse Auswahl an Gerstensaft

Bier ist das Hauptgetränk in diesem Haus, natürlich frisch vom Fass. Hier gibt es das «House Beer», ein Amber-colored-beer. Für besonders Durstige steht eine Mass (1L) oder ein Pitcher (1.5L) bereit. Drei Biersommeliers beraten die Gäste fachkundig über die grosse Auswahl an Gerstensaft. Viele Weine stehen im Offenausschank zur Verfügung, schweizerische aber auch regionale wie der Stadtzürcher Riesling x Sylvaner oder der Blauburgunder Pinot Noir. Auch edle Tropfen aus Frankreich, Italien, Spanien und Chile fehlen nicht. Der Kaffee Luz ist eine Reverenz, die Tony Hammer seinem Heimatkanton erweist. Das Preisgefüge des «Zeughauskellers» darf als moderat bezeichnet werden.

 

Tells Geschoss

Immer wieder fragen Gäste nach der im Lokal zur Schau gestellten Armbrust, die angeblich unserem Nationalhelden ­Wilhelm Tell gehört haben soll. Leider entpuppte sie sich als billiges Imitat – das liess Tony Hammer nicht ruhen. Er ­beauftragte einen Innerschweizer Instrumentenbauer und Tell-Dar­steller, ihm eine originalgetreue Armbrust nach­zubauen, die inklusive Pfei­len jetzt im «Zeughauskeller» zu sehen ist. ­Angeblich soll für das von Richard Kissling 1895 erbaute Telldenkmal auf dem Rathausplatz in Altdorf der Grossvater des Hausherrn Modell ge­standen haben.

 

 

Restaurant Zeughauskeller
Bahnhofstrasse 28 A, Beim Paradeplatz, 8001 Zürich
Telefon: 044 220 15 15, Täglich offen von 11.30 bis 23.00 Uhr
Opens window for sending emailinfo@zeughauskeller.ch
Opens external link in new windowwww.zeughauskeller.ch

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